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Aus Plänen werden Verbindungen (25. Mai 2008)
Der Baubeginn für die erste neue Straßenbahnstrecke ist in wenigen Monaten
Bei der Straßenbahn sind die Weichen auf Kurs Zukunft gestellt. Sechs neue Strecken werden in den kommenden Jahren gebaut. Sie haben insgesamt eine Länge von über 30 Kilometern und sind das größte Ausbau-Vorhaben seit der Einführung des elektrischen Linienverkehrs. Dabei handelt es sich nicht um „Wunschvorstellungen“, sondern der Baubeginn der ersten Strecke steht in wenigen Monaten im Terminkalender. Wir sprachen mit Dr. Reinhard Loske, Bremens Senator für Bau, Verkehr, Umwelt und Europa Angelegenheiten, sowie mit Georg Drechsler, Vorstandsvorsitzender der BSAG, über die bevorstehenden Umsetzungen des Programms.
BSAG-Journal: 30 Kilometer neue Straßenbahnstrecken - warum werden sie gebaut, und wer soll das bezahlen?
Dr. Reinhard Loske: Immer mehr Menschen machen sich Sorgen um unser Klima. Die umweltfreundlichen öffentlichen Verkehrsmittel rücken in den Mittelpunkt der Mobilität. Mehr Fahrgäste erfordern aber auch leistungsfähigere Verbindungen. Der Ausbau des Straßenbahnnetzes kommt dem entgegen. Die Finanzierung der Strecken erfolgt überwiegend aus Bundesmitteln, wie zum Beispiel dem Großvorhabenprogramm des Gemeindeverkehrs-Finanzierungsgesetzes (GVFG). Die Mittel sind zweckgebunden und würden Bremen und den betroffenen Umlandgemeinden Lilienthal, Stuhr und Weyhe bei einem Verzicht verloren gehen. Georg Drechsler: 2007 hatten wir im Vergleich zu 1997 rund sechs Millionen mehr Fahrgäste zu verzeichnen. Aus dem Umdenken wird also immer mehr ein Umsteigen. Dies ist vor allem auf die seit 1998 neu eröffneten Strecken zurückzuführen. Die Wiedereröffnung der Linie 4 hat beispielsweise vier stark genutzte Busverbindungen ersetzt und bedeutet niedrigere Kosten und mehr Wirtschaftlichkeit. Und es gibt noch einen Gewinner, nämlich unser Klima. Das sollte uns weitere Investitionen auch in Zukunft wert sein.
Wie sieht die Terminplanung aus?
Dr. Reinhard Loske:Wir beginnen 2009 mit der Verlängerung der Linie 1 bis zum Bahnhof Mahndorf und schaffen damit attraktive Anbindungen auch für Tenever und den Weserpark. 2009/ 2010 starten wir mit dem Bau der Verlängerung am südlichen Ende der „1“ vom Roland-Center bis nach Mittelshuchting. 2010 fangen wir zudem mit dem Ausbau der Linien 2 und 10 über Sebaldsbrück hinaus an. Alle Strecken werden von 2010 bis 2012 eröffnet.
Was ist mit den niedersächsischen Nachbargemeinden?
Georg Drechsler: Baubeginn für die Verlängerung der Linie 4 bis nach Falkenberg ist im Jahr 2009. Die Eröffnung ist rund zwei Jahre später geplant. Um die Auswirkungen der Baustelle so gering wie irgend möglich zu halten, entwickelt die Gemeinde Lilienthal zurzeit ein Marketingkonzept. Die Gemeinden Stuhr und Weyhe arbeiten gemeinsam an den konkreten Planungen zur Verlängerung der Linie 8 bis nach Leeste. Für dieses Projekt wird die vorhandene Trasse der BTE – Bremen-Thedinghauser Eisenbahn genutzt. Man wird also zu Recht sagen können: „Die Straßenbahn fährt Eisenbahn“. Die „8“ bis nach Weyhe wird 2011 den Betrieb aufnehmen.
Wo kann die interessierte Bevölkerung weitere Informationen erhalten?
Dr. Reinhard Loske: Bremen und die niedersächsischen Gemeinden legen großen Wert auf den Dialog mit den Betroffenen und auf entsprechende Informationen, so wie sie bei allen größeren Baustellen selbstverständlich sind. Ein gutes Beispiel ist die Website www.anbindung-ost.de, auf der man alle Informationen zum Ausbau der Linien 1, 2 und 10 erhält. Auch auf der BSAGHomepage wird ein entsprechender Service geboten. Für Huchting wird ein derartiges Angebot zu gegebener Zeit aufgebaut. Georg Drechsler: Ein weiteres wichtiges Medium ist unsere Kundenzeitung BSAG-Journal. Es wird kostenlos und gezielt an die betreffenden Haushalte verteilt. Eine noch verfügbare Sonder- Ausgabe behandelt zum Beispiel die Anbindung Ost. Sie kann bei uns angefordert werden (HeinerBruenjes@bsag.de).
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Finanzierung
Finanzierungsmodelle für Neubaustrecken
Der Bund unterstützt Großvorhaben, wenn deren volkswirtschaftlicher Nutzen belegt ist. Dies wird im Rahmen einer neutralen standardisierten Bewertung festgestellt. Geregelt ist dies im Gemeindeverkehrs-Finanzierungsgesetz (GVFG).
In Bremen setzt sich die Kostenverteilung im Ausbau von Straßenbahnstrecken infolge dessen so zusammen:
- 60% werden durch den Bund gefördert,
- 40% kommen aus Bremer Mitteln, hiervon 30% aus zweckgebundenen ÖPNV-Mitteln und 10% aus dem Bremer Haushalt.
In Niedersachsen übernehmen
- 60 % der Bund,
- etwa 20 bis 25 % das Land
- und den Rest die jeweilige Gemeinde.
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Information
Wollen auch Sie einen leistungsstarken ÖPNV und ein gut ausgebautes Schienenetz in unserer Region? Dann fordern Sie mehr Informationen an. Schreiben Sie uns:
Bremer Straßenbahn AG Stichwort: »Info Zielnetz 2010«
HeinerBruenjes@bsag.de
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