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Ein Buch über die Bremer Straßenbahn entsteht
Ein Buch über die Straßenbahn entsteht
Als vor etwa drei bis vier Jahren der Bestand der 2001 veröffentlichten Chronik „Bremen und seine Straßenbahn – 125 Jahre BSAG“ recht klein geworden war, entstand die Idee einer Fortsetzung. Denn seit dem Jubiläumsjahr hat sich der Nahverkehrsmarkt entscheidend gewandelt. Themen, wie die wirtschaftliche Neuausrichtung (Restrukturierung) des Unternehmens, der geplante Ausbau der Straßenbahn (Zielnetz 2010) und die Erneuerung des Fuhrparks auf Schiene und Straße, haben an Bedeutung gewonnen.
Aufgrund der guten Entwicklungen, wie z.B. der Ausbau des Straßenbahnnetzes seit 1998 (Stichworte: Linien 4 und 6), die Einführung der Niederflurtechnik und die stärkere Kundenorientierung haben dazu geführt, dass aus dem Wertewandel zugunsten der öffentlichen Verkehrsmittel zunehmend ein Umsteigen wird und somit Jahr für Jahr mehr Menschen die BSAG-Linien nutzen. Damit verbunden war und ist ein großes Interesse vieler Menschen an Bahnen und Bussen. Der Öffentliche Personennahverkehr oder kurz ÖPNV, wie es auf Amtsdeutsch heißt, ist für die meisten Bürgerin-nen und Bürger mehr als „nur“ ein Transport von A nach B und seiner Kosten, sondern ein Thema, das mit Emotionen und Werthaltungen eng verbunden ist.
Eines war daher von Anfang an klar: Die Fortsetzung des Buches über die BSAG konnte keinesfalls eine sachliche Chronologie aufgrund der wirtschaftlichen und politischen Gegebenheiten der vergangenen Jahre werden. Denn mindestens genauso wie die finanziellen Rahmenbedingungen prägt das Miteinander der vielen und sehr unterschiedlichen Kundinnen und Kunden den (bunten) Arbeits-Alltag in einem Verkehrsbetrieb. Dies wurde auch noch einmal ganz deutlich, als der Buchautor einen Straßenbahnfahrer einen Tag lang bei seiner Arbeit begleitete.
Damit stand die Entscheidung fest: Der Schwerpunkt dieser Auflage liegt weniger bei den besonderen Ereignissen, sondern beim Alltag der BSAG. Die Bürgerinnen und Bürger können bei der Lektüre erfahren, wie aufwändig es ist, damit Bahnen und Busse jeden Tag rollen können. Ein wichtiges Anliegen des Autors ist es zu vermitteln, wie umfassend, vielfältig und bunt die Aufgabe ÖPNV tatsächlich ist. Dies lässt sich am besten darstellen, indem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbst über ihre Arbeiten und Aufgaben bei der BSAG berichten:
- Was macht ein Diplom-Geograf bei der BSAG?
- Was erlebt ein Straßenbahnfahrer an einem ganz normalen Tag?
- Wie kommt das Angebot Eintrittskarte = Fahrausweis bei Werderspielen zustande?
- Warum ist die Wartung der Oberleitungen so aufwändig?
- Kann die BSAG neue Fahrzeuge einfach aus dem Katalog bestellen?
- Was veranlasst einige Bremerinnen und Bremer, sich ehrenamtlich für ihre Straßenbahn zu engagieren?
- Wie läuft der Planungsprozess für eine neue Straßenbahnstrecke ab?
Diese und viele weitere Informationen wurden als Interviews mit den Betroffenen, Berichte über Rundgänge in den Werkstätten und so weiter festgehalten und gemeinsam mit dem Bremer Kellner-Verlag, der bereits den ersten Band gestaltetet hatte, in Buchform gebracht.
In einem Buch über die BSAG darf neben der Darstellung des Alltages auch nicht fehlen, was über die Kernaufgabe Mobilität hinaus alles noch für unsere Stadt und die nieder-sächsische Region getan wird: viel mehr, als man zunächst vermutet. So beeinflussen sich Stadtplanung und Liniennetz gegenseitig. Ein gutes Beispiel hierfür ist die rasante Entwicklung der Überseestadt und der Ausbau des Liniennetzes in diesem Bereich. Auch Großereignisse, wie zum Beispiel der Kirchentag, die Heimspiele von Werder Bremen oder der Weihnachtsmarkt, prägen den Verkehrsbetrieb.
All dies hat zum Titel des Buches geführt: „Für Bremen - Straßenbahngeschichten“. Die Leistung wird nach wie vor Ort von den Menschen für die Menschen unserer Stadt und der niedersächsischen Region erbracht.
Vor dem Hintergrund des drohenden Klimawandels, dem damit verbundenen Wertewandel, aber auch aufgrund der ungünstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und des schwierigen sozialen Miteinanders wird der Verkehrsbetrieb auch künftig vor immer neue Herausforderungen gestellt, über die es sich weiterhin zu berichten lohnt.
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