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Vahr vernünftig (29. April 2013)
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VAHR VERNÜNFTIG - DARUM GEHT ES
Seit geraumer Zeit erleben wir, dass sich die Mobilität der Menschen deutlich verändert. Steigende Spritpreise, der Klimawandel, die veränderte Einstellung vor allem junger Menschen zur Fortbewegung („Wertewandel“) und moderne Kommunikationsmöglichkeiten (Internet, Smartphone ...) sind dafür entscheidende Ursachen. Die Vernetzung der zur Verfügung stehenden Verkehrsmittel, also von ÖPNV, Fahrrad und PKW, spielen eine immer größere Rolle für eine nachhaltige Mobilität. Die Kundinnen und Kunden möchten Angebote wie aus einem Guss. Das gilt selbstverständlich auch für die Elektro-Mobilität.
Um einen Pilotversuch durchführen zu können, haben sich BSAG, Gewoba AG, SWB AG, Move About GmbH und Veniox GmbH und Co. KG gemeinsam die Aufgabe gestellt, eine attraktive E-Mobilitätskette anzubieten und eine dauerhafte Nachfrage zur Deckung der Kosten zu erreichen. Hierzu haben sie das Projekt VAHR VERNÜNFTIG entwickelt und ab Ende April realisiert. Im Mittelpunkt von VAHR VERNÜNFTIG steht eine attraktive Mobilitätsstation, an der man Elektro-PKWs mieten kann. Als Standort haben die Partner die zentral gelegene Berliner Freiheit in der Neuen Vahr neben der BSAG-Haltestelle der Linie 1 gewählt. Die eingesetzten Elektroautos werden dabei ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Quellen betrieben. Die Ziele dieses Modellvorhabens sind:
- Öffnung eines Carsharing-Angebots der Move About GmbH mit elektrischen PKWs für Mieterinnen und Mieter der GEWOBA, Kundinnen und Kunden der BSAG oder sonstigen Interessenten. Das bisherige Mobilitätsangebot soll attraktiv erweitert und den Fahrgästen eine nachhaltige Mobilitätskette als Alternative zum eigenen Auto angeboten werden.
- Verringerung des Parkdrucks im Bremer Stadtgebiet durch die erhoffte Reduktion der Autos auf Bremens Straßen zunächst am Beispiel der Neuen Vahr.
- Die Öffentlichkeit soll mit der im Automobilbereich noch jungen Technologie Elektromobilität bekannt gemacht und die Akzeptanz für die Elektromobilität im Verbund mit dem ÖPNV gestärkt werden.
- Das Angebot VAHR VERNÜNFTIG muss nachhaltig eingeführt und die wirtschaftliche Tragfähigkeit erreicht werden.
- Nach einer Laufzeit von zunächst sechs Monaten wird das Projekt überprüft.
Damit VAHR VERNÜNFTIG Ende April an den Start gehen konnte, haben die Partner Teilaufgaben übernommen. Zum Beispiel stellt die BSAG zwei Strom-Ladesäulen und beteiligt sich am Marketing. Vineox liefert im Auftrag der BSAG die Ladesäulen. Die SWB stellt den notwendigen Strom. Die Gewoba ermöglicht auf ihrem Grundstück die Aufstellung der Station und sorgt für die Herrichtung des Stellplatzes (Installation, Ladeinfrastruktur). Move About stellt 3 E-PKWs, übernimmt deren technischen Service und die Wartung. Sort stellt die für die Vermietung notwendige IT-Infrastruktur. Informationen erhalten Kundinnen und Kunden in einem Flyer, der bereits vor Ort verteilt wurde. Darüber hinaus gibt es ausführliche Auskünfte auf den Internetseiten aller beteiligten Partner, etwa auf der Webseite www.bsag.de
PRESSEMITTEILUNG
Elektroautos teilen in der Vahr :/: Vahr vernünftig: BSAG und GEWOBA bringen elektromobiles Carsharing in die Bremer Vahr
Im Herzen der Neuen Vahr eröffneten Umwelt- und Bausenator Dr. Joachim Lohse, BSAG-Vorstand Wilfried Eisenberg und GEWOBA-Vorstand Peter Stubbe am Montag (29. April 2013) den ersten Mobilpunkt für elektromobiles Carsharing in Bremen. GEWOBAKunden und anderen Interessierten stehen nach vorheriger Anmeldung beim Anbieter Move About ab sofort drei Elektroautos sowie zwei Ladesäulen zur Verfügung. Das Angebot mit dem Namen „Vahr vernünftig“ soll den Anwohnern elektromobiles Carsharing als ökologische Alternative zum eigenen PKW schmackhaft machen.
Damit „Vahr vernünftig“ möglich wurde, haben die Partner Teilaufgaben übernommen. Beispielsweise betreibt die BSAG zwei Ladesäulen der Veniox GmbH und die GEWOBA ermöglicht den Mobilpunkt auf ihrem Grundstück und richtete die Stellplätze her. Die swb liefert den notwendigen Strom aus erneuerbaren Quellen und Move About stellt die drei Elektroautos und die Buchungsplattform.
Senator Lohse begrüßt die Initiative der Bremer Unternehmen: „Wir sehen in der Elektromobilität einen wertvollen Beitrag, die gesundheitsschädlichen Emissionen aus dem Autoverkehr zu reduzieren und so die gesetzlichen Luftqualitätsziele zu erreichen. Vor allem, wenn die Elektrofahrzeuge mit Ökostrom betrieben werden, dann hilft dies auch dem Klimaschutz. In der Kombination mit öffentlichem Nahverkehr und flexiblen, unkomplizierten Carsharing-Modellen hat E-Mobilität die Chance, auch in der breiten Bevölkerung anzukommen.“
Die Partnerschaft fußt auf dem Gedanken, dass Wohnen und Mobilität untrennbar zusammen gehören: Die eigene Wohnung ist Ausgangs- und Zielpunkt der meisten privaten Wege. Zudem seien Kunden der GEWOBA häufig auch Kunden der BSAG, so Wilfried Eisenberg: „Diese Überschneidung nutzen wir, um den Kunden ein Angebot aus einem Guss zu machen.“ GEWOBA-Kunden und Interessierte können sich online unter www.bremen.move-about.de direkt zur Teilnahme anmelden oder im Servicebüro der GEWOBA, Berliner Freiheit 3f sowie in der GEWOBAZentrale, Rembertiring 27, über „Vahr vernünftig“ informieren.
Mobilität nachhaltig gestalten
Hohe Spritpreise, der Klimawandel und die Tatsache, dass ein eigenes Auto für junge Menschen immer mehr an Attraktivität verliert, machen neue Lösungen für nachhaltige Mobilität notwendig, so die Projektpartner. Carsharing in Kombination mit Elektromobilität hat das Potenzial dazu, sind BSAG und GEWOBA überzeugt. Begünstigend hinzu kommt die dichte Quartiersstruktur der Vahr: Viele Einrichtungen des täglichen Lebens sind zu Fuß und mit Rad schnell erreichbar, die Straßenbahnlinie 1 ist eng getaktet. Damit biete die Vahr für ein Leben ohne eigenen PKW beste Voraussetzungen, sagt BSAG-Vorstand Wilfried Eisenberg: „Mit dem neuen Angebot realisieren wir gemeinsam den Beginn einer attraktiven und lückenlosen Mobilitätskette in der Vahr.“ Für innerstädtische Wege würden Straßenbahn und Bus genutzt, für die letzten Meter bis zur Haustür oder für schwere Einkäufe stehe jetzt das Elektroauto nur wenige Meter neben der Haltestelle „Berliner Freiheit“ auf den Stellplätzen der GEWOBA, Ecke Karl-Kautsky- Straße/Kurt-Schumacher-Allee. Der GEWOBA ist es außerdem wichtig, die Parkplatzsituation im Quartier zu entspannen: „Weniger Autos und Abgase entlasten alle, die hier wohnen. Mit dem Pilotprojekt testen wir auch, ob Carsharing das Potenzial hat den Parkdruck vor Ort spürbar zu vermindern“, erläutert Peter Stubbe. Die Projektpartner hoffen daher, dass „Vahr vernünftig“ sich auch wirtschaftlich als tragfähig erweist.
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Die BSAG erprobt einen Elektrobus (15.1.2013)
- Einsatz für rund vier Wochen auf der Ringlinie 82 in Gröpelingen.
- Rein elektrisch unterwegs: Der Solaris Urbino electric zeigt eine mögliche Zukunft des Busverkehrs.
- Der Elektroantrieb ist emissionsfrei und leise.
- Das Aufladen der Batterien in weniger als anderthalb Stunden möglich.
- Bewährte Komponenten von erfahrenen Partnern aus Polen und Deutschland.
Die BSAG ist erneut mobil für morgen und erprobt ab Mitte Januar einen Elektrobus vom Typ Solaris Urbino 8,9 LE electric. Das etwa neun Meter lange Fahrzeug mit bis zu 62 Sitz- und Stehplätzen wird auf der Linie 82 (Ringlinie in Gröpelingen) unterwegs sein. Der Hersteller Solaris beziffert die Reichweite je Batterieladung auf maximal 120 Kilometer.
„Ein Ergebnis der 1. BSAG-Wissensbörse Elektro-Mobilität im September war der Wunsch, Elektrobusse zu erproben. Bereits wenige Monate danach können wir das erste Fahrzeug in Bremen vorstellen! Mit diesem Test ergreifen wir die Möglichkeit, den aktuellen Stand dieser hochmodernen und wegweisenden Technik umfassend zu prüfen. Unser Ziel ist es herauszufinden, wie sich ein Bus mit einer solch neuen Antriebstechnik in jeglicher Hinsicht bewährt. Interessant sind für uns vor allem die Betriebstauglichkeit, die technischen Komponenten und deren Wartungsfreundlichkeit. Wir sind aber auch gespannt auf die Fahreigenschaften und die Reaktionen unserer Kundinnen und Kunden auf das neue Fahrgefühl“, erläutert Wilfried Eisenberg, Vorstandssprecher der BSAG, den Test.
Dr. Reinhard Lohse, Senator für Umwelt, Bau und Verkehr: „Elektroantriebe sind gut für die städtische Umwelt – denn sie fahren leise und ohne Abgase. Deshalb freue ich mich sehr, dass die BSAG nun einen Elektrobus in der Praxis erprobt.“
Vor dem Einsatz des Elektrobusses sind einige Vorarbeiten zu leisten. Zum Beispiel müssen die elektrische Ladestation aufgebaut oder das Fahrpersonal geschult werden, damit beim Fahren keine Energie verschwendet wird. Um den Bus warten zu können, benötigt das Werkstattpersonal eine Einweisung. Für Detailfragen stellt die Herstellerfirma Solaris während des Tests einen Servicetechniker bereit und liefert die Strom-Ladesäule, an der die 600 Volt-Batterie des Busses in vier Stunden vollständig aufgeladen werden kann. Bei Anschaffung von Elektrobussen für den Linienbetrieb kämen weitere Investitionen in den Werkstätten hinzu, so die BSAG. Für die mehrere hundert Kilogramm schweren Batterien etwa müssten gesonderte Hebeanlagen installiert und zusätzliches Elektro-Fachpersonal geschult werden.
Ausgeklügelter Elektroantrieb
Den Antrieb des Solaris Urbino electric liefert der deutsche Solaris-Systempartner Vossloh Kiepe. Herzstück ist ein 120 kW starker Elektromotor. Er beschleunigt den Elektrobus sanft und ruckfrei. Die Antriebsenergie halten Lithium-Ionen-Batterien mit einer Gesamtkapazität von 121 kWh bereit. Sie speichern bei jedem Bremsvorgang rückgewonnene Energie und werden darüber hinaus über den externen Plugin-Anschluss geladen. Neben dem gewöhnlichen Ladeterminal, welches die Batterien in vier Stunden auflädt, kann optional eine Schnellladestation eingesetzt werden, die die Standzeit auf weniger als anderthalb Stunden verkürzt. Für den konsequenten Elektroantrieb wurden sämtliche Nebenverbraucher elektrifiziert. Auch die Klimaanlage wird elektrisch versorgt und ist durch ihre eingebaute Wärmepumpe besonders effizient. Die gesamte Außen- und Innenbeleuchtung des Busses nutzt energiesparende LED-Technik. Solaris-Vorstandsvorsitzende Solange Olszewska freut sich über die Vorteile des sauberen Batteriebusses: „Dieser Bus ist eine echte Revolution im öffentlichen Nahverkehr und ein großer Schritt zu neuen Einsatzmöglichkeiten für elektrische Fahrzeuge. Noch vor kurzem schienen solche Fahrzeuge ferne Zukunftsvisionen zu sein, doch heute haben wir mit dem Solaris Urbino electric einen Bus, der unsere Städte lebenswerter macht.“
Daten und Fakten:
- Hersteller: Solaris Bus & Coach S.A., Owinska (Polen).
- Vertrieb und Kundendienst: Solaris Deutschland GmbH, Berlin.
- Fahrzeugart: Stadtlinien-Midibus mit Elektroantrieb.
- Modellbezeichnung: Solaris Urbino 8,9 LE electric.
- Länge: 8 950 mm.
- Breite: 2 400 mm.
- Höhe: 3 250 mm.
- Zulässiges Gesamtgewicht: 14 000 kg.
- Anzahl der Türen: 2.
- Sitzplätze: 29 + 2 Klappsitze.
- Stellfläche für Kinderwagen und Rollstühle: gegenüber Tür 2.
- Klimaanlage: Konvekta UL500EM (mit CO2-Wärmepumpe).
- Lieferant der Antriebstechnik: Vossloh Kiepe GmbH, Düsseldorf.
- Elektromotor: Antriebsleistung 120 kW.
- Lithium-Ionen-Batterien: Speicherkapazität 121 kWh.
- Dauer einer Batterieladung: 1 ½ Stunden (mit Schnellladestation) 4 Stunden (mit konventionellem Ladeterminal).
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Die Gt8N1-Serie ist vollständig (6.12.2012)
Die „GT8N-1“-Serie ist komplett:
Die bewegende Geschichte der schönsten Straßenbahn der Welt So komfortabel und „sturmfest“, dass sogar ein Fasan gerne mitfuhr
(Bremen.) Eine Straßenbahn gehört zu den Dingen, die das Ge-sicht einer Stadt prägen. Das erklärt auch, warum Bremen, bekanntlich eine der schönsten Städte des Nordens, sogar die „schönste Straßenbahn der Welt“ hat. So sah es jedenfalls der oberste Repräsentant der Hansestadtstadt, Bürgermeister Jens Böhrnsen, als er am Nikolaustag des Jahres 2005 die erste in Bremen in Dienst gestellte „GT8N-1“ vor der Glocke begrüßte diese und an seinem Amtssitz vorbei Probe fuhr. An diesem Tage feierten zehntausende Bremerinnen und Bremer die Ankunft „ihrer neuen Straßenbahn“ mit Probefahrten. Und viele von ihnen genossen dabei ein Stück des wohl längsten Bremer Klabens aller Zeiten - einem 36 Meter langen, allerdings in Höhe und Breite natürlich drastisch verkleinerten Abbild der neuen Bahn.
Die erste „GT8N-1“ war aus Holz
Der Weg bis zur neuen Bremer Straßenbahn war von der BSAG gut vorbereitet. Rund zwei Jahre vor der Lieferung, als feststand, dass die Firmen Bombardier und Vossloh Kiepe den Lieferauftrag für 43 Fahrzeuge erhalten hatten, wurde der erste Prototyp aus Holz gebaut. Um genau zu sein, waren es die Fahrerkabine und etwa sechs Meter des vorderen Fahrgastraumes. Die hölzerne Fahrgastkabine diente dazu, den zukünftigen Arbeitsplatz der Straßenbahnerinnen und Straßenbahner optimal zu gestalten. Die Bedienungselemente und die Sitze sollten passen – und zwar zur kleinsten Bremer Straßenbahnfahrerin wie auch zum größten Fahrer. Zwar handelt es sich bei dem „GT8N-1“ letztlich um ein Fahr-zeug der „Flexcity Classic“-Baureihe aus dem Hause Bombardier mit Elektro-Technik aus dem Hause Vossloh Kiepe, aber die wichtigen Detailfragen innerhalb des Fahrzeuges wurden von der Kundschaft aus Bremen mit ihrer über hundertjährigen Straßenbahnerfahrung gelöst. Und nicht nur das, auch die Bürgerinnen und Bürger der Stadt kamen zu Wort und gestalteten „ihre Straßenbahn“ direkt und tatkräftig mit.
Innenraum-Design war auch Sache der Fahrgäste
Im Rahmen von zwei Fahrgast-Foren wurden die Inneneinrichtung und Teile der technischen Ausstattung mitgestaltet. Ein Forum aus Fahrgästen im Alter von 14 bis 74 Jahren diskutierte an drei Nachmittagen mit Ingenieuren und Handwerkern der BSAG und der Lieferfirmen Anregungen und Lösungen. Heraus kamen zum Beispiel die neuen Sitzanordnungen im Bereich der Türen des Fahrzeugs und die großzügigen Abstellflächen für Kinderwagen, Gepäck und Fahrräder. Das zweite Forum setzte sich aus Expertinnen und Experten für Barrierefreiheit zusammen. Eine engagierte Gruppe aus Menschen, die Rollstühle nutzen, die nicht oder schlecht sehen oder hören können, oder die in ihren körperlichen Bewegungsmöglichkeiten eingeschränkt sind, prüfte und verbesserte gemeinsam mit den Experten der BSAG den Komfort und insbesondere die Barrierefrei-heit des Fahrzeuges. Und die Hersteller zogen mit. Sie nahmen die Vorschläge auf und änderten die Konstruktionspläne ab. Da wurden zum Beispiel neue Hublift-Rampen entwickelt, Bodenbeläge und Kommunikationsein-richtungen im Fahrzeug ausprobiert und die Sitze so angeordnet, wie es sich die Fahrgäste wünschten. Das Ganze war insbesondere für die Herstellerfirmen nicht einfach, denn der Vorstand der BSAG hatte im Vorfeld der Straßenbahn-Beschaffung genau ausgerechnet, was sich Bremen und die BSAG leisten können. „Der Preis für ein Fahrzeug darf vorne keine 2 haben“, hatten die Herren verfügt – und meinten damit, dass der Anschaffungspreis einer Wageneinheit die Zwei-Millionen-Euro-Grenze nicht überschreiten durfte. Und alle zogen wieder mit. Was da im Dezember 2005 der Öffentlichkeit präsentiert wurde, fand sofort Gefallen bei Fahrgästen und Fahrpersonal. Ein optisch sehr ansprechendes, geräumiges Fahrzeug, 35 Zentimeter – und damit eine Sitzfläche – breiter als die ältere Schwester „GT8N“. Bremer Motive auf den Sitzpolstern, Klimaanlage, Wechselsprechanlage und viele weitere Neuerungen und Verbesserungen wurden von den Fahrgästen gerne angenom-men.
Mehr Komfort ist auch wirtschaftlicher
Für die BSAG und die Stadt Bremen kam noch der Vorteil der hö-heren Wirtschaftlichkeit hinzu. Mehr Fahrgäste in einer Bahn, das senkt die Kosten. Zudem hatte diese Bahn nun eine abgeschlossene Fahrerkabine und für den Ticketkauf einen Automaten. Das erhöhte sofort mit Inbetriebnahme die Pünktlichkeit der Straßenbahnen, weil sich die Fahrerinnen und Fahrer noch intensiver auf das sichere Fahren konzentrieren konnten - während sie auf ihren Sitzen saßen, die mit höhenverstellbaren Fußblechen versehen waren, die eben dem größten wie der kleinsten Fahrerin gleichermaßen Komfort boten. Waren am Nikolaustag des Jahres 2005 die ersten beiden Fahr-zeuge der Serie in Bremen, sollten ihnen bis zum Jahr 2012 noch 41 weitere folgen. Verlief die Lieferung bis Fahrzeug Nummer 35 noch pünktlich, wurde das Unternehmen Bombardier im Jahr 2010 auf eine harte Prüfung gestellt. Die Spree trat über die Ufer und überschwemmte auch das Straßenbahn-Werk in Bautzen, wo diverse Straßenbahnen in unterschiedlichen Fertigungsstufen durch Wasser und Schlamm vollständig zerstört wurden. Auch Bremer Bahnen waren davon betroffen. Nach der jahrzehntelangen geschäftlichen Verbindung durfte Bombardier ein faires Verhalten der BSAG erwarten. Man einigte sich auf einen neuen Lieferplan, geduldete sich in Bremen letztlich eineinhalb Jahre länger bis zur Lieferung der Nummer 43, erhielt dafür aber ab der Nummer 36 weiterhin Fahrzeuge höchster Qualität. Und das nach einem „To-talschaden“ der Produktionsstätte. Der schnelle Wiederaufbau des Werks und das sofortige Erreichen höchster Qualitätsstandards in der wieder anlaufenden Produktion brachte
Bombardier höchsten Respekt ein – nicht nur in Bremen.
Und noch etwas war bemerkenswert. Wiesen die Vorgängermodelle „GT8N“ bei Lieferbeginn im Jahr 1993 noch konstruktive Mängel auf, waren die Fahrzeuge des Typs „GT8N-1“ von Nummer 1 an tadellos in Ausführung und Qualität.
Vossloh Kiepe bewies: Eine Kamera ist ein Spiegel
Immer an der Seite der Firma Bombardier und mit ebenso hohen Qualitätsansprüchen an die eigene Arbeit versehen war (und ist) die Firma Vossloh Kiepe als Lieferant der Elektro-Technik. Die BSAG und die Firma Vossloh Kiepe verbindet in diesem Jahr eine fast 60 Jahre währende Partnerschaft. Am 24. Januar 1953 erhielt die BSAG den ersten „T4A/801“-Großraum-Wagen. Und der hatte einen Kontaktfahrschalter des Typs „NF 52K“ der Firma Kiepe. Die gute Beziehung des Unternehmens Vossloh Kiepe mit der BSAG hält bis heute. Der „T4A“ übrigens auch. Der steht heute im BSAG-Museum „Das Depot“ in Sebaldsbrück und ist in Bremen besser bekannt als „Die Zigarre“. Vossloh Kiepe sorgte bei der Ausstattung der Bremer Straßenbahn bei den Genehmigungsbehörden sogar für eine kleine Sensation. Dort glaubte man bis zur Inbetriebnahme der Bremer „GT8N-1“, dass ein Außenspiegel nur ein Außenspiegel ist, nicht aber eine Kamera! Und umgekehrt. Das kannte die Betriebsordnung der Straßenbahn (BO-Strab) bis zur Inbetriebnahme der „GT8N-1“ in Bremen noch nicht. Aber der rechte Außenspiegel musste weg, weil er sonst wegen der Breite des Fahrzeuges an einigen Stellen im Bremer Streckennetz hängen geblieben wäre. Kiepe schaffte die „kleine Revolution“, konstruierte statt eines Spiegels eine Außenkamera mit Übertragung auf einen Monitor in der Fahrerkabine und erhielt die Genehmigung für den Betrieb. Die Fachwelt staunte. Überhaupt machte das neue Bremer Fahrzeug in der Branche von sich Reden. Technische Lösungen wie die Außenkamera, der hohe Anspruch an Barrierefreiheit und die Kunde vom besonderen, „von Fahrgästen mitentwickelten“ Komfort, machte national wie international die Runde. Im Laufe der vergangenen Jahre reisten Interessierte aus Europa und sogar aus Indien und aus Australien in die Hansestadt, um sich in Bremen Anregungen für die eigene Straßenbahn-Beschaffung zu holen.
Bisher längste Fahrt: Jungfernstieg, Hamburg
Auch wenn die Geschichte der GT8N-1 heute erst sieben Jahre alt ist, gibt es schon einige schöne Anekdoten zum Einsatz des Wagentyps in Bremen. Hier eine kleine Auswahl wahrer Geschichten:
Die weiteste Strecke
Die bisher weiteste Strecke schaffte im Juni 2010 der Wagen mit der Nummer 3114. Er stand für einen Tag auf dem Jungfernstieg in Hamburg. Die Strecke dorthin legte er allerdings huckepack auf einem Tieflader zurück. Der Bremer Straßenbahnwagen war Ehrengast auf dem autofreien Sonntag in Hamburg – und sollte das Interesse der Hansestädter für das dortige Straßenbahnprojekt wecken.
Der merkwürdigste Schwarzfahrer
Im Jahr 2009 wählte ein Fasan die Straßenbahn der Linie 6 als praktisches Beförderungsmittel für die Strecke von der Universität bis zu den Wiesen an der Endhaltestelle der Linie. Mehrere Fahrgäste berichteten von Begegnungen mit dem schlauen Tier. Sogar das Fernsehen hörte von der wiederholten Beförderungs-Erschleichung dieses Hühnervogels - und legte sich tagelang auf die Lauer. Der Fasan erwies sich aber leider als medienscheu.
44 Tonnen sturmfester Stahl
Im Pflichtenheft der BSAG sollte neben vielen anderen Werten auch ein Wert zur Windfestigkeit des leer rund 44 Tonnen wiegenden Gefährts beziffert werden. Im Bremen überlegte man, wie windig es in der Stadt wohl werden könnte. Die Küstennähe und das flache Umland der Stadt wurden erkannt und waren Grundlage für die Forderung: „Das Fahrzeug darf auch bei Windstärke 12 nicht umkippen.“ Dies verlangte das Bremer Verkehrsunternehmen von Bombardier. Die Hersteller gingen noch weiter und bestätigten dem GT8N-1 daraufhin eine noch größere Standfestigkeit: Windstärke 12 mit Böen! Damit ist die Bremer Straßenbahn vermutlich sturmfester als so manches Schiff, das in vergangenen Zeiten in Bremen gebaut worden ist.
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BSAG testet E-Pkw (30.11.2012)
Die BSAG testet Elektroautos Mobil für Morgen - ein weiterer Beitrag zur nachhaltigen Mobilität
Der Schutz der Umwelt ist seit jeher ein Anliegen der Bremer Straßenbahn AG (BSAG), denn sie bietet mit ihren Straßenbahnen umweltfreundliche Elektromobilität an. Der Ausbau des Straßenbahnnetzes ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, sind nur noch Schienenfahrzeuge im Einsatz, die beim Bremsen Strom erzeugen und somit Energie einsparen. Durch den Einsatz moderner Technik verfügt die BSAG ab Ende 2013 nur noch über Dieselbusse mit dem hohen EEV-Abgasstandard. Anfang 2013 testet das Unternehmen einen Elektrobus.
Die BSAG möchte jedoch noch mehr tun, um den Erhalt unserer Lebensgrundlagen zu sichern. Ab Anfang des neuen Jahres erprobt das Unternehmen innerhalb eines Zeitraumes von drei Jahren drei Elektroautos, die für Dienstzwecke eingesetzt werden. Dabei handelt es sich um Fahrzeuge des Fabrikats „Smart“. Die Batterien dieses Autos werden auf dem Betriebshof Neustadt über eine Ladestation mit Ökostrom versorgt. Daten und Fakten:
- Stückzahl: 3 Wagen
- Fahrzeugtyp: Smart fortwo electricdrive
- Hersteller: Smart
- Lieferung: November 2012
- Motoren (Typ): E-Motor
- Motoren (Leistung): kW Dauerleist. 35 kw, max. 55 kw
- Max. Drehmoment: Nm 130
- Max. Geschwindigkeit: km/h 125
- Reichweite: 145 km
- Länge: 2.695 mm
- Breite: 1.559 mm
- Höhe: 1.565 mm
- Sitzplätze: 2
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Verkehrsentwicklungsplan
BÜRGERFOREN
Was läuft rund, was läuft verkehrt beim Bremer Verkehr? Die Bremerinnen und Bremer sind gefragt. Auf fünf regionalen Bürgerforen kann sich jeder und jede an der Bestandaufnahme beteiligen, die die Grundlage für den Verkehrsentwicklungsplan 2025 legt. Wie soll der Verkehr im Jahr 2025 aussehen und was müssen wir dafür tun? Das soll der Verkehrsentwicklungsplan 2025 festlegen, den der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr Joachim Lohse unter breiter Beteiligung von Öffentlichkeit, Verbänden und Politik erarbeiten will. In einem ersten Schritt waren bereits die generellen Ziele festgelegt worden. Auf der Internetseite www.bremenbewegen.de läuft seit einigen Wochen eine rege Diskussion. Nun wird mit den regionalen Bürgerforen die öffentliche Debatte fortgeführt. Auf den Veranstaltungen wird der Gutachter die bisherigen Ergebnisse seiner Analyse präsentieren und zur Diskussion stellen. Dabei werden auch die am stärksten diskutierten Punkte aus der Internetbeteiligung vorgestellt.
Die Termine sind:
Donnerstag, 24 Januar, 18.30 – 21.00 Uhr Bremen-Links der Weser (Huchting, Neustadt, Obervieland, Seehausen, Strom, Woltmershausen) Forum K (Tagungszentrum am Rotes-Kreuz-Krankenhaus St. Pauli-Deich 24 28199 Bremen
INFOS
Infos finden Sie hier:
www.bremen-bewegen.de
VERKEHRSENTWICKLUNGSPLAN BREMEN - DARUM GEHT ES
Bremen soll attraktiv bleiben – für seine Bürgerinnen und Bürger, für Wirtschaft, Tourismus und Wissenschaft – und sich seine hohe Lebensqualität erhalten. Diesem Ziel soll ein strategisches Verkehrskonzept dienen, das beschreibt, wie sich der Verkehr in Bremen in den nächsten Jahren entwickeln soll, und das dabei Veränderungen im Verkehrsverhalten und neue gesellschaftliche und räumliche Rahmenbedingungen berücksichtigt.
Der Verkehrsentwicklungsplan Bremen 2020/2025 (VEP) wird alle Verkehre in Bremen gemeinsam betrachten. Neben dem motorisierten Individualverkehr, den Radfahrern und den Fußgängern natürlich auch den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV; also Bahnen und Busse). Ziel des VEP ist es, ein möglichst stadtverträgliches Miteinander aller Verkehrsarten in Bremen sicherzustellen und das Verkehrsgeschehen so zu steuern, dass der Umweltverbund (ÖPNV, Fahrrad- und Fußverkehr) einen möglichst großen Anteil erreicht. Dazu werden verschiedene Szenarien jeweils mit bestimmten Annahmen gebildet und berechnet bzw. bewertet. Der Zeithorizont geht bis 2025. Der VEP deckt ein breites verkehrsträgerübergreifendes Maßnahmenspektrum ab: Infrastruktur, Verkehrslenkung und Verkehrsmanagement, Information und Beratung, Wechselwirkungen zwischen den Verkehrsmitteln sowie Wechselwirkungen zur Umwelt, Raumstruktur und Siedlungsentwicklung. Innerhalb des VEP gilt es unter anderem zu hinterfragen, ob das in den Grundzügen schon sehr lange bestehende Busliniennetz noch den aktuellen und vor allem den zukünftigen Anforderungen entspricht oder ob die Stadt Bremen und die BSAG neue Verbindungen oder Angebote entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Denn neue Siedlungen,Gewerbegebiete und Einkaufszentren, aber auch neue Straßen oder Verhaltensänderungen, die zum Beispiel aus höheren Kraftstoffpreisen oder einem geänderten Umweltbewusstsein herrühren, führen mit der Zeit zu anderen Verkehrsströmen in der Stadt, und diese sind mit dem ÖPNV-Angebot nachzuvollziehen.
Mehr Infos: www.bremen-bewegen.de
Aktuelle Bürgerinnen- und Bürgermeinungen zum Thema Bahnen und Busse: http://bremenbewegen.de/meinungen/?ttype=bus-und-bahn&tsort=newest
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Warum die "1" grün ist (26.3.2012)
Die Stadt Bremen und die BSAG erproben zahlreiche Umweltprojekte an der neuen Strecke bis nach Mahndorf
Die Stadt Bremen und die BSAG sind mobil für morgen: Auf der neuen Strecke der Linie 1 von der Züricher Straße bis nach Mahndorf werden verschiedene Modell-Projekte des Umweltschutzes erprobt. Dazu zählen beispielhaft Maßnahmen zur Energieeinsparung und somit Verminderung des Treibhausgases Kohlendioxid genauso, wie Begrünungen (zum Beispiel Baumpflanzungen) sowie die Vernetzung der Verkehrsmittel untereinander und insbesondere von Bahn, Bus und Fahrrad. Hierzu der Vorstand der BSAG: „Wir freuen uns, dass es gemeinsam mit der Stadt Bremen gelungen ist, an der neuen Strecke der Linie 1 verschiedene Umweltprojekte erproben können. Sie unterstreichen die hohe Bedeutung der Straßenbahn als ein ökologisch sinnvolles, nachhaltiges Verkehrsmittel und helfen, Strom und damit Kohlendioxid einzusparen. Die neue Strecke mit ihren zahlreichen neuen Bäumen und den Rasengleisen durchzieht den Ortsteil Tenever und die Einkaufsmeile beim Weserpark wie ein grünes Band. Sie wertet den Südosten Bremens spürbar auf. Die Maßnahmen ergänzen viele weitere Umweltaktivitäten der BSAG, wie zum Beispiel die Erprobung von Hybridbussen und Elektroautos oder den Einsatz von 180 Dieselbussen (von insgesamt rund 210) mit dem höchsten europäischen EEV-Abgasstandard. Wir sind mobil für morgen.“
Maßnahmen zur Energieeinsparung
Die Straßenbahn ist an sich schon ein sehr umweltfreundliches Verkehrsmittel, denn sie erzeugt vor Ort keine Abgase. In Bremen werden sie mit zertifiziertem, nachhaltig erzeugtem Ökostrom betrieben. Folgende Projekte des technischen Umweltschutzes und insbesondere zur Energieeinsparung sind an der neuen Strecke verwirklicht:
- Energiespeicher: Mit seiner Hilfe kann der von den Straßenbahnen beim Bremsen erzeugte Strom durch Zwischenspeicherung besser ausgenutzt werden. Der Speicher dient also dazu, Strom einzusparen (siehe unten).
- Über die aktuellen Energieflüsse im Schwungrad-Speicher kann sich die Öffentlichkeit mit Hilfe einer Anzeigentafel an der Haltestelle Weserpark in Zukunft informieren.
- Ebenfalls an der Walter-Geerdes-Straße befindet sich eine weitere so genannte Umformerstation (Gleichrichterwerk), in welcher die gelieferte Mittelspannung (Drehstrom) in die von den Straßenbahnen benötigte Spannung (600 Volt, Gleichstrom) umgewandelt wird. Auf dem Dach dieser Station ist eine Photovoltaik-Anlage entstanden, die Sonnenenergie in Strom umwandelt. Dieser Strom wird ins allgemeine Stromnetz eingespeist.
- Alle 43 neuesten Niederflurbahnen erhalten für die Fahrerinnen und Fahrer Stromverbrauchs-Anzeigen. Zwei Niederflurbahnen werden mit Anzeigen ausgestattet, an denen der Fahrgast erkennt, wann die Bahn Energie ins Fahrleitungsnetz rückspeist.
- Im Zuge der Strecke sind so genannte Hochketten-Fahrleitungen (Oberleitungen) installiert, welche die natürlichen Leitungsverluste mindern.
- Sämtliche Fahrgastunterstände an der neuen Strecke erhalten stromsparende LED-Beleuchtung.
- Die Deckenbeleuchtung (LEDs) je eines Fahrgastunterstandes der Haltestellen Engadiner Straße und Tenever wird versuchsweise mit Sonnenenergie und unabhängig vom Stromnetz betrieben. Die Stationen sind dafür mit Solarmodulen ausgestattet. An den beiden Haltestellen Weserpark wird versuchsweise eine Solaranlage installiert, die neben der Beleuchtung der Fahrgastunterstände (LEDs) auch die Beleuchtung der Werbeträger mit Energie versorgt. Das ermöglicht eine vollständige Ausnutzung des installierten Solarsystems. Erst wenn die „geerntete Energie“ des installierten Solarsystems verbraucht ist, wird Strom aus dem Netz bezogen.
- Die Beleuchtung der Wendeschleife Koblenzer Straße in Tenever erfolgt durch LED-Strahler, welche autark vom Stromnetz von Solarmodulen mit elektrischer Energie versorgt werden.
- Die Beheizung von zwei Weichen im Bereich der künftigen Wendeschleife Bahnhof Mahndorf zum Schutz vor dem Einfrieren erfolgt mit Erdwärme (Geothermie). Durch Bohrungen wird natürliche Wärme aus dem Erdinneren genutzt. Das spart Strom und erübrigt den Einsatz von Streusalz.
Die neue Linie 1 rollt über Rasen
Auf der neuen Strecke der Linie 1 von der Züricher Straße bis nach Mahndorf kam überwiegend Grüngleis zum Einbau, das heißt der Bahnkörper ist mit Rasen begrünt. Um den unterschiedlichen Ansprüchen vor Ort zu entsprechen, gibt es die verschiedensten technischen Bauformen. Die Merkmale sind zum Beispiel: gelegentliche Überfahrbarkeit durch Straßenfahrzeuge, Pflegebedürftigkeit, Optik und Wirtschaftlichkeit. Das Erscheinungsbild der neuen Strecke ist daher sehr unterschiedlich und somit interessant ausgefallen:
- St.-Gotthard-Straße (zwei kurze Abschnitte): Begrünung mit Rasen nur zwischen den beiden Innengleisen bis zur Schienen-Oberkante. Im Untergrund ist ein befahrbares, hoch druckfestes und wasserdurchlässiges Material (Biolit; ein besonderes Gesteinsmehl) eingebracht, das im Notfall von Rettungs-Fahrzeugen überfahren werden kann. Der übrige Bahnkörper ist mit einer Asphalt-Oberfläche versehen.
- Otto-Brenner-Allee: Die Gleise sind auf Beton-Längsbalken verlegt (Bremer Bauart). Der komplette Bahnkörper ist bis zur Schwellen-Oberkante begrünt. Die Schienen bleiben sichtbar.
- Wendeschleife Koblenzer Straße in Tenever: Die Oberflächen-Eindeckung erfolgt mit Schotterrasen.
- Hans-Bredow-Straße von der Osterholzer Heerstraße bis Nußhorn: Die Gleise sind auf Beton-Längsbalken verlegt (Bremer Bauart). Der komplette Bahnkörper ist bis zur Schienen-Oberkante begrünt, die Schiene ist somit eingedeckt und nicht sichtbar. Als Eindeckung wurde Rollrasen auf Mutterboden verwendet.
- Nußhorn bis zur Endstelle Mahndorf: Bauart wie in der Hans-Bredow-Straße.
Weitere Maßnahmen des Baum- und Naturschutzes sind:
- Für 200 Bäume und Sträucher, die insgesamt leider gefällt werden mussten, werden rund 300 neu gepflanzt, also 100 mehr, als bisher vorhanden waren! Bei der Auswahl hat die Stadt Bremen den vorhandenen Bestand berücksichtigt: Es sind überwiegend Eichen, in Einzelfällen auch Hainbuchen, Rosskastanien, Ahorne und Eschen gepflanzt worden. Bis zu vier Baumreihen begrünen die von der neuen Strecke benutzten Straßenzüge.
- Als Praxistest wird die Begrünung von 31 Oberleitungsmasten mit Kletterpflanzen durchgeführt.
- Als Ersatz für gerodete Gehölz an der Endstelle in Mahndorf wird eine Wiese am FFH-Gebiet Krietes Wald (Flora-Fauna Hibitat; zum Schutz des Eremiten, einem seltenen Käfer) aufgeforstet.
Gut vernetzt im Umweltverbund
Um den Umstieg auf nachhaltige Mobilität im Südosten Bremens zu erleichtern, entsteht am neuen Haltepunkt Bahnhof Mahndorf der Regio-S-Bahn RS1 bis 2013 eine „Mobilitäts-Drehscheibe“, auf der bequem zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln des Umweltverbundes umgestiegen werden kann. Dafür werden nördlich des Bahnhofs eine Straßenbahn-Wendeschleife für die Linie 1 sowie eine Park&Ride-Anlage und Fahrrad-Abstellmöglichkeiten (Bike&Ride) gebaut. Auch die Buslinie 37 wird vom Kuhkamp-Quartier bis hier geführt. Außerdem schaffen die Beteiligten an der Südseite des Bahnhofs eine weitere Umsteige- und Haltestellenanlage mit Park- beziehungsweise Bike&Ride-Plätzen.
Die Busse der Linien 38, 40/41 und 44 fahren diesen Verknüpfungspunkt an, so dass zwischen allen Verkehrsträgern gute und barrierefreie Umsteigemöglichkeiten geboten werden können. Insgesamt sind auf beiden Seiten rund 220 Park&Ride-Plätze, 200 Fahrrad-Abstellplätze sowie zudem zwei Taxistände geplant. Nachhaltig mobil sogar rund um die Uhr: Am Bahnhof Mahndorf werden die Nachtlinien N1, N3 und N5 von Hemelingen und Osterholz miteinander verknüpft.
Weitere Maßnahmen zur Förderung einer nachhaltigen Mobilität an der neuen Strecke sind:
- Fahrrad-Abstellanlagen (Bike&Ride) gibt es an vielen Haltestellen der Linie 1. So kann man bequem mit dem Rad anreisen und zur Weiterfahrt die Bahn nutzen: Schweizer Eck (überdachte Abstellmöglichkeiten), Engadiner Straße (Bügel), Neuwieder Straße (Bügel), im Bereich der Thalenhorst-Kreuzung (Bügel) und ab 2013 am Bahnhof Mahndorf (Bügel und möglicherweise Boxen).
- Ein Taxistand mit sieben Ständen entsteht an der Haltestelle Schweizer Eck. Zwei weitere werden am Bahnhof Mahndorf berücksichtigt.
- CarSharing: An der Haltestelle Schweizer Eck bietet das Vermietungs-Unternehmen cambio zwei Kleinwagen für registrierte Nutzerinnen und Nutzer an.
- Möglichkeiten für die Einrichtung von Ladestationen von Elekt-rofahrzeugen, wie zum Beispiel E-Fahrräder und E-Pkws werden zurzeit geprüft.
Anhang: Mit 25.000 Umdrehungen pro Minute mobil für morgen
Beim Bremsen produzieren die modernen Straßenbahnen der BSAG, mit Ausnahme einiger noch vorhandenen älteren Fahrzeuge, Bremsenergie, die in die Fahrleitung zurückgespeist wird. Diese Energie kann derzeit nur dann effektiv genutzt werden, wenn ortsnah auch gleichzeitig andere Straßenbahnen anfahren, beziehungsweise beschleunigen und dadurch die zur Verfügung stehende Bremsenergie für ihren Fahrvorgang auch nutzen. Wenn das nicht der Fall ist, wird die Bremsenergie von dem, bremsenden Fahrzeug über Bremswiderstände in nutzlose Wärmeenergie umgewandelt. Die derzeitige Technik mit den rückspeisenden Straßenbahnen führt im Innenstadt-Bereich zu guten Ergebnissen, weil aufgrund der hohen Fahrzeugdichte für fast jedes bremsende Fahrzeug auch zeitgleich wieder ein anderer Wagen vorhanden ist, welches die erzeugte Bremsenergie für seinen Anfahrvorgang nutzt. In den Außenstrecken bleibt die Bremsenergie derzeit noch weitgehend ungenutzt, weil hier aufgrund der geringen Taktdichte nicht für jedes bremsende Fahrzeug ein anderes Fahrzeug zum Verbrauch der erzeugten Bremsenergie zur Verfügung steht.
Deshalb erproben die Stadt Bremen und die BSAG auf der neuen Strecke der Linie 1 im Bereich Weserpark (Walter-Geerdes-Straße) eine neue Technik. Es handelt sich hierbei um einen Schwungrad-Speicher. Dieses Schwungrad-System besteht hauptsächlich aus einem in Vakuum mit etwa 15.000 bis 25.000 Umdrehungen pro Minute rotierendem Schwungrad aus Hochleistungsfaser-Verbundwerkstoffen (Gewicht etwa 130 kg) und einem Motorgenerator, sowie diversen elektrischen und elektronischen Komponenten zur Steuerung und Regelung des Speichers. Die Sicherheitseinrichtungen des Schwungrads garantieren, dass in jedem möglichen Havariefall aus dem Gehäuse nichts unkontrolliert austritt und das Schwungrad sich nicht aus der Verankerung im Grundrahmen losreißen kann. Die Elektronik hat Sicherheitseinrichtungen, die bei Überspannung, Unterspannung, inneren oder äußeren Kurzschlüssen, Fehlern im Motor oder bei der Erdung reagieren. Durch diesen Energiespeicher kann die sonst ungenutzte Bremsenergie aufgefangen und „zwischengeparkt“ werden. Das ermöglicht jedem rückspeisefähigen Fahrzeug, die zum Halten an der Haltestelle selbst erzeugte Bremsenergie in den Speicher „zwischenzulagern“, etwa 20 Sekunden später für seinen eigenen Anfahrvorgang wieder zu nutzen und dadurch Energie zu sparen.
Anhang: Projekte der „Grünen Linie“
- Fahrzeuge Zwei Niederflurbahnen werden mit Stromverbrauchs-Anzeigen ausgestattet und sind außen entsprechend gestaltet.
- Gesamte Strecke Strom sparende Beleuchtung der Fahrgastunterstände mit LED-Lampen. Hochketten-Fahrleitungen, d.h. geringe Leitungsverluste. Umfangreiche Be-grünungsmaßnahmen: Rasengleis, Baumpflanzungen.
- Haltestelle Schweizer Eck Überdachte Bike&Ride-Anlage, 7 Taxistände, 2 Pkws für CarSharing von cambio, Schienenschmieranlage mit Photovoltaik und Solarpanel.
- Haltestelle Engadiner Straße Fahrrad-Abstellbügel, Fahrgastunterstände mit LED-Beleuchtung und Photovoltaik.
- Haltestelle Neuwieder Straße Fahrrad-Abstellbügel.
- Haltestelle Tenever Fahrgastunterstände mit LED-Beleuchtung und Photovoltaik.
- Zwischen-Wendeschleife Koblenzer Straße Die Beleuchtung der Wendeschleife Koblenzer Straße in Tenever erfolgt durch Strom sparende, innovative LED-Leuchten mit Solarzellen (Photovoltaik).
- Hans-Bredow-Straße Begrünung von rund 30 Fahrleitungsmasten.
- Krietes Wald (bei der Haltestelle Werner-Steenken-Straße) Eine Wiese am FFH-Gebiet Krietes Wald (Flora-Fauna Hibitat; zum Schutz des Eremiten, einem seltenen Käfer) wird aufgeforstet.
- Haltestelle Weserpark Anzeigentafel über die Energieflüsse im Schwungrad-Speicher. Ausrüstung mit Photovoltaik.
- Walter-Geerdes-Straße Schwungrad-Speicher, Photovoltaik auf dem Dach der Umformerstation.
- Haltestelle Thalenhorststraße Fahrrad-Abstellbügel.
- Endschleife Bahnhof Mahndorf (ab 2013) Mobilitätsdrehscheibe: Verknüpfungen von Regio-S-Bahn, Straßenbahn und Bussen. Umfangreiche Park&Ride sowie Bike&Ride-Möglichkeiten. Auf der Südseite sind zwei Taxistände geplant. Beheizung von zwei Weichen zum Schutz vor dem Einfrieren mit Erdwärme (Geothermie). Das spart Strom oder Streusalz. Schienenschmieranlage mit Photovoltaik und Solarpanel.
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30 weitere neue Busse (6.3.2012)
Weitere neue Busse kommen / Noch einmal 30 Wagen vom Typ Lion’s City GL
Die Fahrgäste der BSAG sowie die Einwohnerinnen und Einwohner Bremens können sich erneut auf neue Busse freuen: Nach der Inbetriebnahme von insgesamt 150 Bussen mit höchstem Umweltstandard für Dieselfahrzeuge (EEV; besser als Euro 5) werden zurzeit 30 weitere dreiachsige EEV-Gelenkbusse des Herstellers MAN vom Typ „Lion’s City GL“ geliefert. Sie entsprechen den 2010/2011 in Betrieb genommenen 45 Wagen. Die Gelenkbusse sind gegenüber den auszusondernden Fahrzeugen ¾ Meter länger und verfügen über rund zehn zusätzliche Plätze. Sie werden vor allem auf den besonders stark genutzten Innenstadtlinien 24, 25 und 26/27 eingesetzt, die auch die Umweltzone queren. Sämtliche Fahrzeuge verfügen über Videoüberwachung, Klimaanlage, einen Hublift und den hohen EEV-Umweltstandard für Dieselbusse (EEV = Enhanced Environmental Friendly Vehicle; besonders umweltfreundliches Fahrzeug, besser als Euro 5). Die Firma MAN hatte das wirtschaftlich günstigste Angebot auf die europaweite Ausschreibung der BSAG abgegeben und deshalb den Zuschlag für die Lieferung der Busse erhalten.
Wilfried Eisenberg, Vorstandssprecher der BSAG: „Zusammen mit den 150 bereits vorhandenen Wagen wird die BSAG Anfang 2012 über 180 neue Dieselbusse mit höchstem Umweltstandard von insgesamt rund 215 Wagen verfügen. Wir leisten damit einen großen Beitrag für den ÖPNV in Bremen und für das Klima. Diese modernen Fahrzeuge sind für die Fahrgäste deutlich attraktiver und für die BSAG wirtschaftlicher zu betreiben als die älteren Busse. Sie bieten mehr Sitze ohne störende Podeste und eine für Fahrgäste mit Mobilitätseinschränkung gut zu erreichende Sonder-Nutzungsfläche auf der rechten Seite neben der zweiten Tür. Wir hoffen, dass durch die modernen und attraktiven neuen Fahrzeuge noch mehr Bürgerinnen und Bürger die ÖPNV-Angebote nutzen werden. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es keine Selbstver-ständlichkeit, dass Angebote nicht nur beibehalten, sondern sogar noch verbessert werden können.“
Mobil für morgen: Busse mit dem „Blauen Umweltengel“
Die neuen Busse tragen die Kennzeichnung „Blauer Umweltengel für lärmarme und schadstoffarme Kommunalfahrzeuge und Omnibusse“. Das bedeutet zum Beispiel: Die Schadstoffemissionen erfüllen den EEV-Grenzwert. Für Omnibusse ist ein Geräuschwert von 77 Db (A) einzuhalten. Bei der Herstellung im Werk wird besonders auf den Umweltschutz geachtet. Die Lackierung darf keine Blei-, Chrom VI- und Cadmiumverbindungen enthalten. Die Lösungsmittelemissionen dürfen einen bestimmten Wert nicht übersteigen. Der Blaue Engel gilt als die erste und älteste umweltschutzbezogene Kennzeichnung der Welt für Produkte und Dienstleistungen. Er wurde 1978 auf Initiative des Bundesministers des Inneren und durch den Beschluss der Umweltminister des Bundes und der Länder ins Leben gerufen. Seit dem ist er ein marktkonformes Instrument der Umweltpolitik, mit dem auf freiwilliger Basis die positiven Eigenschaften von Angeboten gekennzeichnet werden kön-nen. Pluspunkte
Darüber hinaus weisen die 30 neuen Wagen erstmalig folgende Verbesserungen auf:
- Zwei Bildschirme zur Fahrgastinformation
- Feuermelde- und Löschsystem im Motorraum
- Mehr Videokameras als bisher (sechs statt vier Stück) sorgen für zusätzliche Sicherheit beziehungsweise bessere Ausleuchtung des Fahrgastraumes
- Elektrische Schwenk-Schiebetüren: bequemeres Ein- und Aussteigen, schnellere Türreaktionen
- Fahrgastzählsystem
Die neuen Busse ersetzen Wagen, die wegen ihrer hohen Lauf-leistungen von zum Teil über einer Million Kilometern nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben sind und den gestiegenen Anforderungen an den Umweltschutz nicht mehr entsprechen (Ausstattung mit Euro 2-Motoren).
Die neuen Busse der BSAG: kurz und bündig
- Stückzahl: 30 Gelenkbusse
- Wagennummern: 4631 bis 4660
- Wagentyp: Lion’s City, A23, GL
- Hersteller: MAN-Werk in Posen, Polen
- Lieferung: Erstes Quartal 2012
- Motoren: (Typ) D2066 LUH 47 (EEV)
- Motoren (Leistung): 235 kW (320 PS)
- Fahrzeuglänge: 18,75 m
- Fahrzeugbreite in mm: 2500
- Einstiegshöhe in mm: 320 + 20 mm
- Sitzplätze: 53 + 3 Klappsitze
- Umweltschutz: EEV-Standard (besser als Euro 5)
- Informationseinrichtungen: Zwei Bildschirme innen
- Hublift Lift: an Tür 1
- Sonder-Nutzungsfläche: Fahrzeugseite rechts zwischen Vorderachse und Tür 2
- Türen: Tür 1 Außen-Schwingtür (pneumatisch) / Türen 2 und 3 Schwenk-Schiebetüren (elektrisch)
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Mit 25.000 Umdrehungen pro Minute mobil für morgen (9.2011)
Straßenbahnen sind umweltfreundliche Verkehrsmittel. Sie erzeugen keine Abgase und fahren in Bremen mit zertifiziertem und nachhaltig produziertem Ökostrom. Beim Bremsen produzieren die modernen Straßenbahnen der BSAG, mit Ausnahme einiger noch vorhandenen älteren Fahrzeuge, Bremsenergie, die in die Fahrleitung zurückgespeist wird. Diese Energie kann derzeit nur dann effektiv genutzt werden, wenn ortsnah auch gleichzeitig andere Straßenbahnen anfahren, beziehungsweise beschleunigen und dadurch die zur Verfügung stehende Bremsenergie für ihren Fahrvorgang auch nutzen. Wenn das nicht der Fall ist, wird die Bremsenergie von dem, bremsenden Fahrzeug über Bremswiderstände in nutzlose Wärmeenergie umgewandelt.
Die derzeitige Technik mit den rückspeisenden Straßenbahnen führt im Innenstadt-Bereich zu guten Ergebnissen, weil aufgrund der hohen Fahrzeugdichte für fast jedes bremsende Fahrzeug auch zeitgleich wieder ein anderer Wagen vorhanden ist, welches die erzeugte Bremsenergie für seinen Anfahrvorgang nutzt. In den Außenstrecken bleibt die Bremsenergie derzeit noch weitgehend ungenutzt, weil hier aufgrund der geringen Taktdichte nicht für jedes bremsende Fahrzeug ein anderes Fahrzeug zum Verbrauch der erzeugten Bremsenergie zur Verfügung steht. Deshalb werden die Stadt Bremen und die BSAG auf der neuen Strecke der Linie 1 im Bereich Weserpark eine neue Technologie erproben. Es handelt sich hierbei um einen Schwungrad-Speicher. Dieses Schwungrad-System besteht hauptsächlich aus einem in Vakuum mit etwa 15.000 bis 25.000 Umdrehungen pro Minute rotierendem Schwungrad aus Hochleistungsfaser-Verbundwerkstoffen (Gewicht etwa 130 kg) und einem Motorgenerator, sowie diversen elektrischen und elektronischen Komponenten zur Steuerung und Regelung des Speichers. Die Sicherheitseinrichtungen des Schwungrads garantieren, dass in jedem möglichen Havariefall aus dem Gehäuse nichts unkontrolliert austritt und das Schwungrad sich nicht aus der Verankerung im Grundrahmen losreißen kann. Die Elektronik hat Sicherheitseinrichtungen, die bei Überspannung, Unterspannung, inneren oder äußeren Kurzschlüssen, Fehlern im Motor oder bei der Erdung reagieren. Durch diesen Energiespeicher kann die sonst ungenutzte Bremsenergie aufgefangen und „zwischengelagert“ werden. Das ermöglicht jedem rückspeisefähigen Fahrzeug, die zum Halten an der Haltestelle selbst erzeugte Bremsenergie in den Speicher „zwischenzulagern“, etwa 20 Sekunden später für seinen eigenen Anfahrvorgang wieder zu nutzen und dadurch Energie zu sparen.
Ab der Inbetriebnahme der Verlängerung der Linie 1 zunächst bis nach Nusshorn (beim Weserpark) im März 2012 wird die Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit des Speichers gründlich erprobt. Sollte er sich bewähren, könnte es ein Modell für andere Strecken werden.
Der Energie-Zwischenspeicher ist im Rahmen der Verlängerung der Linie 1 bis nach Mahndorf Bestandteil eines umfangreichen Projekts, um bei der an sich schon umweltfreundlichen Straßenbahn weitere Maßnahmen der Nachhaltigkeit zu testen. Dazu gehören zum Beispiel die Anlage von Rasengleisen, umfangreiche Baumpflanzungen, Begrünungen von Fahrleitungsmasten, die Einführung von LED-Beleuchtung im Bereich der Wendeschleifen und vieles mehr. (Projekt Grüne Linie 1)
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