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Verein Freunde der Bremer Straßenbahn

23. Mai 2013

Die Freunde der Bremer Straßenbahn e.V. stellen sich vor


STRASSENBAHNGESCHICHTE LIVE ERLEBEN

Als 1989 die Abstellung der letzten Großraumwagen kurz bevorstand, fand sich eine Gruppe von Straßenbahnfreunden zusammen, die mindestens einen dieser Züge Nbetriebsfähig erhalten wollte. Um dem Vorhaben eine rechtliche Grundlage zu geben, wurde der Verein Freunde der Bremer Straßenbahn e. V. gegründet. Da eine Kooperation mit der BSAG die Voraussetzung für eine Umsetzung des Vorhabens war, suchten die Aktiven von Anfang an den Kontakt zur BSAG. Nach einer Aufarbeitung des Großraumzuges aus Triebwagen 481 und Beiwagen 696 („Zigarre“) konnten bereits im Sommer 1990 erste Sonderfahrten durchgeführt werden. Zwischenzeitlich waren auch Räume im Betriebshof Sebaldsbrück bezogen worden, die als Werkstatt und Büros genutzt werden konnten. Bereits 1992 kam mit dem in Rostock aufgearbeiteten Zweiachser 134 ein weiteres historisches Fahrzeug in den Bestand. Die Linie 15 als Stadtrundfahrt wurde nun durch die historische Ringbahnlinie 16 ergänzt. Auch das BSAG-Archiv kam in die Vereinsobhut und wurde seitdem stetig ausgebaut. Zum bereits 1998 in den Dienst gestellten Museumstriebwagen 445 gesellten sich der 701, der bei der großen Fahrzeugparade zum 125-jährigen BSAG-Jubiläum auf dem Marktplatz im März 2001 seinen ersten großen Auftritt hatte, und im Dezember 2002 schließlich
der „Ackerwagen“ 917. Da der Betriebshof in Sebaldsbrück immer mehr an Bedeutung verlor, konnte der Verein weitere Räume übernehmen und schließlich im Oktober 2003 die Dauerausstellung „Das Depot“ eröffnen, die seitdem einmal im Monat geöffnet ist. Hier besteht die Möglichkeit, neben einer Vielzahl kleinerer Exponate die historischen Fahrzeuge zu präsentieren. In jüngster Zeit konnte die Werkstatt des Betriebshofs übernommen und die Ausstellungsfläche weiter vergrößert werden. Mit dem aus Schweden zurückgekehrten Niederflurprototypen kann seit Sommer 2011 sogar eine sehr moderne Bahn gezeigt werden, die einen interessanten Kontrast zum Pferdebahnwagen von 1888 bietet. Für diese umfangreichen Aufgaben, zu denen Werkstattarbeiten, das Schaffnern, die Unterhaltung des Depots und die Herstellung der Veröffentlichungen gehören, sucht der Verein noch aktive undpassive Mitglieder. Wer mitmachen möchte, findet links einen Aufnahmeantrag. Werde Mitglied!



Aktuelles
Reisen durch die bremische Geschichte mit historischen Straßenbahnen
Das Depot - ein Museum für die Straßenbahn
Der Fuhrpark
Vereinsgeschichte

Aktuelles


Aktuelle Meldungen und das Fahrtenprogramm finden Sie hier
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Reisen durch die bremische Geschichte mit historischen Straßenbahnen


Auch in diesem Jahr bieten die Freunde der Bremer Straßenbahn e.V. in Zusammenarbeit mit der BSAG wieder interessante Reisen mit historischen Straßenbahnen durch die bremische Geschichte an.

Anmeldungen und Infos:

Öffentliche Fahrten:

  • Mitteilungen zur Themenfahrtlinie 7 gibt es hier
  • Informationen zur Stadtrundfahrtlinie 15 gibt es hier
  • Informationen zur historischen Ringbahnlinie 16 gibt es hier

Sonderfahrt?

Wir machen Ihnen gern Vorschläge für eine Sonderfahrt ganz nach Ihren Wünschen. Bitte teilen Sie uns den gewünschten Termin, Uhrzeit, Strecke und Anzahl der Personen sowie Ihre Telefonnummer mit. Informationen finden Sie auch auf der Homepage der Freunde der Bremer Straßenbahn e.V.: www.fdbs.net


Mehr Infos

 Das Faltblatt der Freunde der Bremer Straßenbahn e.V. finden Sie als PDF-Dokument zum Herunterladen (rund 2 mb) hier




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Das Depot - ein Museum für die Straßenbahn


FALTBLATT

 Das Faltblatt der Freunde der Bremer Straßenbahn e.V. finden Sie als PDF-Dokument zum Herunterladen (rund 2 mb) hier


NÄCHSTER TERMIN

Sonntag, 9. Juni 2013 - Achtung! Neue Öffnungszeiten von 11 bis 17 Uhr (letzter Einlass 16:30 Uhr)!

Arbeitswagenausstellung ... die schienengebundenen Arbeitswagen der BSAG werden am 9. Juni 2013 im Rahmen der normalen Öffnungszeit 11:00 - 17:00 des Bremer Straßenbahnmuseums "Das Depot" in Bremen-Sebaldsbrück zu besichtigen sein. Voraussichtlich werden u.a. auch der Schleifwagen und die beiden AT 4 und 6 mit dabei sein.

Arbeitswagentag im Depot
Sonderausstellung im Straßenbahn-Museum am 9. Juni

Am Sonntag, 9. Juni, veranstalten die Freunde der Bremer Straßenbahn e.V. im Straßenbahn-Museum „Das Depot“ in Sebaldsbrück einen Arbeitswagentag. Ausgestellt sind verschiedene Sonder-Fahrzeuge der Bremer Straßenbahn AG (BSAG), die normalerweise eher im Schatten des Straßenbahnverkehrs stehen. Ein Beispiel dafür ist der Arbeitstriebwagen mit der Nr. 5, der im Winter zusammen mit einem Schneepflug für freie Fahrt sorgt. Voraussichtlich werden u.a. auch der Schleifwagen und die beiden AT 4 und 6 mit dabei sein. Den Gästen werden deren Aufgaben gern erklärt. Das Museum in der Schloßparkstraße 45 ist wie gewohnt von 11 bis 17 Uhr (der letzte Einlass ist um 16:30 Uhr) geöffnet. Erwachsene zahlen zwei Euro, Kinder einen Euro.

Infos

 

INFOS

Das „Depot“ in der Schloßparkstraße 45 öffnet an jedem zweiten Sonntag im Monat, von 11.00 Uhr bis 17.00 Uhr (letzter Einlass ist um 16.30 Uhr) wieder seine Tore. In der seit 2003 bestehenden Straßenbahn-Ausstellung der Freunde der Bremer Straßenbahn e.V. in Sebaldsbrück erhält man nicht nur interessante Einblicke in die Entwicklung der Bremer Straßenbahn, sondern „er-fährt“ auch einiges über den Alltag in einem Verkehrsbetrieb. Da die Ausstellung bei den Bremerinnen und Bremern gut ankommt, wurde sie in vergangenen Wochen von den Freunden der Bremer Straßenbahn e.V. erweitert und ergänzt. Zu sehen ist u.a. einer der ersten Niederflurbusse, der vor 25 Jahren (ab dem Jahr 1988) den Nahverkehr in unserer Stadt nachhaltig veränderte.

RUNDGANG

Bereits bei der Gründung des Vereins im September 1989 war durch die Gründungsmitglieder beschlossen worden, auch in Bremen ein Straßenbahnmuseum nach den Vorbildern anderer Städte aufzubauen und zu betreiben. Wegen fehlender Räumlichkeiten musste dieses Vorhaben aber zunächst zurückgestellt werden. Als der Verein 2002 im hinteren Teil des Straßenbahnbetriebshofs Sebaldsbrück (Zugang von der Schloßparkstraße) neue, größere Räume erhielt, wurde dieser Entschluss wieder aufgenommen, um die inzwischen stark angewachsene Sammlung von Schaustücken aller Art, vor allem aber die Fahrzeuge, einem interessierten Publikum zeigen zu können. Nach 15-monatigen intensiven gemeinsamen Umbau- und Renovierungsarbeiten durch die Vereinsmitglieder  wurde die Dauerausstellung im Oktober 2003 feierlich eröffnet.

Als passender Name war „Das Depot“ gewählt worden, wobei die drei über dem Schriftzug stehenden Bögen die Dachform der Sebaldsbrücker Fahrzeughalle symbolisieren. Die Ausstellung gliedert sich in zwei Teile: In der vorderen Ausstellungshalle werden die Besucher durch Stellwände, Schautafeln, Fotos, alte Fahrscheine und zahlreiche Exponate über die Geschichte und die Technik der Straßenbahn informiert.

  • Geschichte: Hier erfahren die Besucher, wie 1876 alles mit derPferdebahn begann, welche Aufgaben die Stallmeister hatten, wann
    in Bremen die erste „Elektrische“ fuhr, welche Bedeutung die früheren Farbscheiben hatten, wie viel im November 1923 ein Fahrschein kostete, wann die Strecke zur Neuen Vahr und weiter nach Blockdiek und danach bis Osterholz eröffnet wurde; aber auch, wann man zum letzten Mal mit der „Elektrischen“ nach Findorff
    fahren konnte.
  • Fahrscheine und Entwerter: Hier wird gezeigt, wie in den vergangenen 135 Jahren die Fahrkarten aussahen und wie „Schwarzfahren“ verhindert wurde.
  • Technik: Wen es interessiert, welchen Weg der Strom vom Kraftwerkbis in die Fahrmotoren zurücklegt, wie ein Fahrschalter funktioniert, wie die Fahrleitung an den Häuserwänden befestigt wurde, wozu eine Schienenbremse gut ist, weshalb jede Straßenbahn einen Umformer hat, wie in der „Vor-LED-Zeit“ Liniennummern und Fahrziele durch Kurbeln umgestellt wurden und was ein alter Kohlenschütter mit der Straßenbahn zu tun hat, für den ist dieser Bereich interessant.
  • Er leitet aber auch über zur Bremer Straßenbahn von heute. Hiergeht es unter anderem um Signale: Es wird erklärt, welchen Sinn dass „A“ und das orangefarbene „T“ an den Ampeln haben und wie die Fahrer erkennen können, ob die Weichen in die richtige Richtung zeigen und wie schnell in manchen Bereichen gefahren werden darf.

Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass viele Ausstellungsstücke als Spenden zum Verein gekommen sind und nur deshalb einer großen Öffentlichkeit gezeigt werden können, wofür auf diesem Wege den Spendern einmal herzlich gedankt wird. Die ursprüngliche, aber „in die Jahre gekommene“ störanfällige H0-Modell-Straßenbahnanlage wurde 2009 durch eine neue LGB-Anlage ersetzt, die durch einen „richtigen“ alten Fahrschalter gesteuert werden kann und sich speziell bei den jüngeren Besuchern großer Beliebtheit erfreut. Einige Ausstellungsstücke haben eine sehr bewegte Vergangenheit, wie zum Beispiel der Kopf des Triebwagens 820, der 2006 nach einer längeren Odyssee zu uns gelangt ist. Er leitet zum zweiten Teil über, den Fahrzeugen: Durch einen kleinen Durchgang gelangen die´Besucher von der Ausstellungshalle in den durch einen Zaun gesicherten Bereich der Fahrzeughalle zur Fahrzeugausstellung, die sicherlich als Höhepunkt bezeichnet werden kann, und in der die Bremer Museumswagen aus nunmehr neun Epochen in vollem Glanz zu Msehen und bestaunen sind:

  • Triebwagen 49 „Molly“ von 1900, Triebwagen 134 (Baujahr 1904) im Bauzustand von 1939,
  • der erste Nachkriegsneubau „Dockwagen“ 701 von 1947,
  • zwei so genannte Großraumzüge („Zigarren“; Triebwagen 811 und Beiwagen 1806 sowie 827 und 1815) von 1954, dann ein besonderes Unikum, das es in dieser Form nur in Bremen gegeben hat:
  • der Dreiachs-Gelenktriebwagen („Ackerwagen“) 917 von 1957, der als einziger aus einer Serie von je 27 Trieb- und ebensolchen Beiwagen erhalten geblieben ist.
  • Es folgen ein Hansa-Gelenkzug (446/1458) von 1967 und ein Wegmann-Zug (528/728) von 1977.
  • Im Jahre 2009 wurde ein alter Wagenkasten geborgen, der von 1925 bis 2009 in einem Kleingarten als Landbude gedient hatte und als ehemaliger Pferdebahnwagen Nr. 23 von 1888 identifiziertwurde.
  • Daneben sind noch einige Arbeits- und Sonderfahrzeuge zu sehen, und auch die Busfans kommen auf ihre Kosten. Die Wagen49, 134, 701, 811/1806, 917 sowie 446/1458 sind voll fahrbereit und werden, mit Ausnahme des Triebwagens 49, auch für Fahrten eingesetzt. Triebwagen 811 befindet sich derzeit allerdings in der Werkstatt, wird aber voraussichtlich im Herbst zusammen mit seinem Beiwagen 1806 wieder auf Tour gehen können. Filme und Fotos zu aktuellen und vergangenen Ereignissen runden die Ausstellung ab.


WEITERE EXPONATE

Weitere Exponate in der Ausstellung sind:

  • LGB-Modellbahn-Anlage (Spur IIm), die man mit einem echten Fahrschalter steuern kann
  • Der seit einigen Jahren vorhandene Opel Blitz, ein Turmwagen der ehemaligen Bremerhavener Straßenbahn zur Wartung der Oberleitungen, wurde in die Ausstellung integriert
  • Für die kleinen Besucher gibt es eine Holz-Eisenbahn
  • Ehemaliger Gelenkbus der Bremerhavener Verkehrsbetriebe
  • Noch in Planung ist ein Funkraum, der sozusagen eine Miniatur-Leitstelle darstellt. Ein CB-Funkgerät wird installiert, mit dem man dann einen der abgestellten Wagen anfunken kann

Das Depot – die Straßenbahn-Ausstellung im Betriebshof Sebaldsbrück, Schloßparkstr. 45, geöffnet an jedem zweiten Sonntag im Monat von 11 bis 17 Uhr. Erwachsene zahlen 2 Euro Eintritt, Kinder nur einen Euro. Mit Bodo Bonus gibt es für eine Begleitperson freien Eintritt.

 


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Der Fuhrpark


Die Letzten ihrer Bauart Vergangenes hat Zukunft

Über 100 Jahre Mobilitätsgeschichte stehen in Sebaldsbrück und sind überwiegend noch fahrbereit: In der Wagenhalle, die übrigens aus dem Jahr 1926 stammt und noch wie ein klassisches „Depot“ aussieht, können die historischen Straßenbahnwagen besichtigt werden.

„Molly“ kommt immer noch gut an

Der zurzeit älteste Vertreter ist die „Molly“. Der Triebwagen von 1900 repräsentiert die Zeit, als die Straßenbahntechnik genügend erprobt war und sich daher Massenmobilität entwickeln konnte. Der Wagen 49 ist außer seinen Jugendstil-Lampen eher schlicht eingerichtet. Auch dieses Fahrzeug mit den abgerundeten Fenstern ist betriebsfähig, darf aber leider keine Fahrgäste mitnehmen. Wenn die „Molly“ auf Fahrt ist, muss der Fahrer stehend und auf offenen Plattformen ungeschützt vor Wind und Regen seinen Dienst verrichten.

Salonfähig

Vornehm mit Plüschpolstern und Gardinen: Der zweiachsige Triebwagen 134 mit seiner gediegenen Innenausstattung und Längssitzen wurde 1904 gebaut und präsentiert sich so, wie er ab 1939 durch Bremen fuhr. In ihm sitzen die Fahrgäste auf längs der Fahrtrichtung angeordneten und mit grünem Stoff bezogenen bequemen Bänken und können die salonartige Atmosphäre bei einer Reise durch Bremen so richtig genießen.

Die Härte

Oder sollen es doch lieber die spartanischen Lattenholz-Bänke des Triebwagens 701 sein? Die ebenfalls zweiachsige Bahn wurde 1947 bei der Bremer Dock- und Maschinenbau-Gesellschaft hergestellt, der Vorgängerin der legendären „AG Weser“. In den Nachkriegs-Jahren kam es darauf an, die vielen Menschen überhaupt befördern zu können; für technische Innovationen und Komfort fehlten die Möglichkeiten.

Die Zigarre: bitte nicht rauchen

Zurück in die fünfziger Jahre: Der vierachsige Großraumzug 811/1806 ist Baujahr 1954 und erinnert an die in den fünfziger Jahren moderne Straßenbahntechnik. Das auffällige Design versetzt den Betrachter in die Nierentisch-Ära und in die Wirtschaftwunder-Jahre zurück. Wegen seiner Form wird dieser Zug treffend auch als „Zigarre“ bezeichnet. Auffallend im Innern ist der „Thron“, ein erhöht angeordneter Sitz für den Schaffner, Er befindet sich im hinteren Wagenteil. Die Fahrgäste mussten daran vorbeigehen und dem Personal ihre Fahrkarte vorzeigen oder ein Ticket kaufen. Dieser sog. Fahrgastfluss wurde erst um 1970 aufgegeben.  Eine weitere, allerdings nicht betriebsfähige Garnitur (827/915) dient derzeit als Bilderbahn.

Spaß am Ackern

Auch im „Ackerwagen“ 917 (Baujahr 1957; dreiachsiger Gelenk-Triebwagen) heißt es: „Bitte ganz hinten beim Schaffner einsteigen und dann ganz nach vorn durchgehen“. Er verfügt nicht über die moderne Technik des Großraumzuges, hat daher nur mäßige Fahreigenschaften, trug aber als geräumiger Gelenkwagen damals dazu bei, einen Schaffner pro Zug einzusparen. Die Arbeit der Fahrerinnen und Fahrer ist in diesem Wagen schwerer als im Großraumwagen, so dass sie beim Fahren richtig „ackern“ müssen. Triebwagen 917 eröffnete übrigens 1960 die damals nagelneue Wilhelm-Kaisen-Brücke und diente zeitweise als Partywagen. Sein wohl prominentester Fahrer war der ehemalige Umwelt-Bundesminister Jürgen Trittin anlässlich einer Sonderfahrt.

Nüchterne Moderne

Das „Nesthäkchen“ der historischen Züge ist der in Bremen gebaute Hansa-Gelenkzug von 1966/67 (Nr. 445/1458). Er erinnert an die Zeit, als das Straßenbahn fahren allmählich wieder in Mode kam und war von Anfang an dabei, als im Sommer 1967 die neue Linie 1 bis nach Blockdiek eröffnet wurde. Das etwas bullig wirkende Design sowie die eher nüchtern und kühl wirkende Inneneinrichtung mit den grauen Seitenwänden und Leuchtstoff-Röhren repräsentieren den Zeitgeschmack der sechziger Jahre. Die Sitze aus Pressholz (Durofol) sind ebenfalls noch recht spartanisch. Viele Bremerinnen und Bremer erinnern sich sicher noch an die „Texasschranken“ im Fahrgastraum, mit deren Hilfe die Türen geöffnet werden. Die Technik hatte seinerzeit bereits deutliche Fortschritte gemacht, so dass die Fahreigenschaften schon recht gut sind. Da sich der Triebwagen 445 zuletzt in einem schlechten technischen Zustand befand, wird er durch das Schwesterfahrzeug 446 (ehemalige Kinderbahn) ersetzt. Der Wagen 445 dient dann als Bilderbahn.

Eine Ära geht schon bald zu Ende

Die seit 1973 bis heute zum alltäglichen Straßenbild gehörenden hochflurigen Züge, die so genannten Stadtbahnwagen, werden durch moderne Niederflurzüge abgelöst. Eine Garnitur wird jedoch die historische Fahrzeugflotte ergänzen und der Nachwelt erhalten bleiben. Mit ihr kann man er-fahren, wie man in den siebziger Jahren durch Bremen reiste.


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Vereinsgeschichte


Rollende Zeitgeschichte                      

20 Jahre Freunde der Bremer Straßenbahn e.V.

Straßenbahnen und Busse gehören zum Alltag. Sie repräsentieren nicht nur ein Stück Technik ihrer jeweiligen Zeitepoche, sondern verkörpern darüber hinaus mit ihrem Design ein bestimmtes Lebensgefühl. Werden sie eines Tages ausgesondert und verschrottet, geht auch ein Stück Stadtgeschichte verloren. Die Zeugnisse der Mobilitätsgeschichte zu bewahren, ist der Verdienst vieler ehrenamtlich tätiger Bremerinnen und Bremer. Als Ende der achtziger Jahre das Ende der Großraum-Straßenbahnwagen absehbar war, unternahm eine kleine Gruppe von Straßenbahnfreunden den Versuch, einen dieser Züge betriebsfähig zu erhalten und für Sonderfahrten einzusetzen. Die Voraussetzung für eine angestrebte Kooperation mit der BSAG war die Gründung eines eingetragenen Vereins, die am 11. September 1989 stattfand. Zwei wesentliche Aufgaben waren in der Anfangszeit zu bewältigen: Die Verantwortlichen des Unternehmens mussten davon überzeugt werden, dass man es mit einem ernstzunehmenden Partner zu tun bekam, und außerdem war der zwischenzeitlich außer Dienst gestellte Großraumzug aufzuarbeiten und soweit wie möglich in den ursprünglichen Zustand zu versetzen. Hierzu gehörte insbesondere der Einbau von Schaffnerplätzen in Trieb- und Beiwagen.  Die Bemühungen führten zum Erfolg: Anlässlich eines Tages der offenen Tür am 30. Juni 1990 erfolgte der erste Einsatz des Museumszuges. Im selben Jahr startete die Stadtrundfahrtlinie 15, die seitdem in den Sommermonaten Touristen und Bremern die Stadt aus einer ungewöhnlichen Perspektive nahe bringt.


Der Wagen 134 folgt dem 811

Das Vertrauen zwischen dem Verein und der BSAG und das Bewusstsein für den Stellenwert der Aufgabe wuchsen, so dass weitere Projekte begonnen werden konnten. Mitte 1991 ging der historische Fahrschulwagen 134 (Lehrwagen LW 1; Ursprungsbaujahr 1904) auf die Reise nach Rostock, wo er in den Bauzustand von 1939 zurückversetzt werden sollte. Im selben Jahr begann in der Vereinswerkstatt im Betriebshof Sebaldsbrück die Aufarbeitung des Triebwagens 701, eines 1947 gebauten Zweiachsers.

Im Spätsommer 1992 kehrte der Triebwagen 134 aus Rostock zurück und stellte damit den zweiten betriebsfähigen Museumswagen im Bremer Fuhrpark. Ab 1993 verkehrte diese Straßenbahn auf der zweiten Museumslinie, die zuerst als „4“, dann als „9“ und mittlerweile als „16“ bezeich-net wird. Ebenfalls 1992 erhielt „Molly“, der bereits seit 1962 als Museumswagen 149 vorhandene älteste Bremer Triebwagen im Zustand von 1900, eine gründliche Überholung (Hauptuntersuchung), bei der er seine korrekte Nummer 49 zurückbekam.

Seit 1993 betreut der Verein auch das Archiv mit den historischen Unterlagen der BSAG. Viele Sonderfahrten mit den historischen Wagen und die Teilnahme an Veranstal-tungen sorgten dafür, dass die Aktivitäten des Vereins einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurden und zudem die Zusammenarbeit mit der BSAG intensiver wurde, da man den Wert der Vereinsarbeit für das Image des Unternehmens immer mehr erkannte. Die historischen Straßenbahnen waren fortan im Straßenbild wieder häufiger zu sehen und sorgten bei den Passanten für ein erstauntes Lächeln.

Die Sammlung wächst

1998 konnte nach dem Ausscheiden der aus den sechziger Jahren stammenden Straßenbahn-Gelenkzüge ein neuer Zug in den Bestand der Museumsfahrzeuge eingegliedert werden (Hansa-Triebwagen 445 mit Beiwagen 1458). Dieser half im Mai 1998 aber zunächst noch mit, das „Neue Netz” zu eröffnen. 

Einen kräftigen Schritt vorwärts ging es im Jahr 2001. Der große Fahrzeugkorso zum 125-jährigen Jubiläum der BSAG wurde als Kooperation mit dem Verein organisiert und begeisterte 50.000 Zuschauer. Rechtzeitig zu diesem Termin unternahm der zweiachsige Triebwagen 701 nach Abschluss der Aufarbeitung seine erste Sonderfahrt. Diese Bahn wurde 1947 bei der Vorläuferin der späteren Schiffs-bauwerft „AG Weser“ gebaut, denn damals bestand Schiffbauverbot. Ein Jahr später kam der dreiachsige Triebwagen 917 als weiterer Museumswagen dazu, pünktlich zur Inbetriebnahme der Verlängerung der Linie 4 nach Borgfeld.

Ein Museum für die Straßenbahn

Nun ging es an den Aufbau der Dauerausstellung „Das De-pot” im Betriebshof Sebaldsbrück. Am 12. Oktober 2003 konnte sie eingeweiht werden und ist seitdem jeweils am zweiten Sonntag in jedem Monat geöffnet. Hier haben die Besucher die Möglichkeit, nicht nur die historischen Wagen zu besichtigen, sondern auch eine Vielzahl anderer Exponate zur Straßenbahngeschichte, wie Bilder, Filme und Werkzeuge.

Ein weiteres wichtiges Tätigkeitsfeld ist von Anfang an die Aufarbeitung der Straßenbahngeschichte durch das Sam-meln von Bildern und Unterlagen, besonders aber durch verschiedene Veröffentlichungen wie die jährlich erscheinende Broschüre „Die Elektrische” und diverse Chroniken zur Linien- und Fahrzeuggeschichte.

Busse kommen hinzu

Ein von der ehemaligen Bremerhavener Straßenbahn stammender Arbeitswagen zur Wartung der Oberleitungen (Turmtriebwagen) und ein großer dreiachsiger Bus (Gelenkbus 225 des Baujahres 1972) bilden seit 2002/2003 den Grundstock einer Straßenfahrzeug-Sammlung, wobei beide Fahrzeuge noch aufgearbeitet werden müssen. Auch einer der ersten Niederflurbusse (Wagen 4919) ergänzt die Fahrzeug-Sammlung. Ende 2008 kam ein weiterer Bremerhavener Linienbus dazu.

Die fünfziger Jahre werden wieder wach, wenn man den historischen Borgward-Kleinbus betrachtet. Der aus Delmenhorst stammende Wagen wurde von Borgward im Jahr 1953 gefertigt – ein wirklicher Hingucker!

Vergangenheit hat Zukunft

Für die kommenden Jahre gibt es eine Vielzahl weiterer Pläne wie den Ausbau des Museums, die Aufarbeitung weiterer Fahrzeuge, aber auch die Kooperation mit anderen Organisationen, die das Ausstellungsprogramm abrunden sollen. Auch das Fahrtenprogramm soll weiter interessant gestaltet werden.


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