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Eine Reise durch die Zeit mit der Linie 4
Von der Kleinbahn Jan Reiners zur Linie 4
29. September 1898 - der erste Spatenstich für die rund 27 Kilometer lange Schmalspurstrecke vom Bremer Parkbahnhof (heutige Stadthalle) über Borgfeld und Lilienthal nach Tarmstedt erfolgte. Es hatte jedoch noch bis zum 4. Oktober 1900 gedauert, bis die nach dem Mitinitiator Johann Reiners bezeichnete Kleinbahn den Verkehr aufnahm. Die mit Dampfloks bespannten Züge mussten bis Borgfeld folgende Bahnhöfe bedienen: * Parkbahnhof * Hemmstraße * Utbremen * Horn * Lehester Deich * Borgfeld
1926 erhielt die Bahn mit der Eröffnung der Buslinie zwischen Borgfeld und Horn durch den Unternehmer Kohrs eine mächtige Konkurrenz. 1929 wurden die Omnibusse der BSAG-Tochtergesellschaft Bremer Vorortbahnen GmbH (BVG) übernommen und zunächst als Linie A (später Linie 30) bezeichnet. Durch die Indienststellung moderner Triebwagen 1934 und das starke Verkehrsaufkommen in den Kriegs- und Nachkriegsjahren konnte die Kleinbahn zunächst überleben. Die Automobilisierung in den fünfziger Jahren bringt jedoch das Ende, so dass die Strecke in zwei Abschnitten 1954 und 1956 stillgelegt und abgebaut wurde. Diese Entscheidung ist aus damaliger Sicht verständlich, würde jedoch heute sicher nicht mehr so praktiziert. Nach fast 50 Jahren ist Borgfeld nun wieder auf der Schiene zu erreichen - mit der Linie 4. Anders als die Kleinbahn fährt die Straßenbahn jedoch direkt bis zum Hauptbahnhof und in die Bremer Innenstadt und ist aufgrund ihrer eigenen Bahnkörper pünktlicher als die Busse.
Eine Reise durch die Zeit mit der Straßenbahnlinie 4
Mobilität konnten sich bis ins 19. Jahrhundert hinein nur wohlhabende Bürger leisten. Dies änderte sich erst mit dem Bau von Eisenbahnen sowie Pferde- und später auch elek- trischen Straßenbahnen. In Bremen begann am 4. Juni 1876 das Zeitalter des innerstädtischen Massenverkehrs mit der Eröffnung der ersten Pferdebahnstrecke zwischen Herdentor und Vahrster Brücke (Bürgermeister-Spitta-Allee). Mit Girlanden und Fähnchen geschmückte offene Pferdebahnwagen beförderten hunderte von Fahrgästen nach Horn. 250.000 Fahrgäste benutzten bis zum Jahresende das neue Verkehrsmittel, soviel wie die BSAG heute an einem Tag. 16 Mann, 20 Pferde und 12 Wagen standen dafür bereit. 1877 und 1883 folgten die Verlängerungen bis zur Horner Kirche beziehungsweise zur Börse (Markt). 1892 kam dann die Modernisierung, die elektrische Straßenbahn war wirtschaftlicher und löste die Pferdebahn ab. Denn die "Elektrische" verbraucht Strom nur dann, wenn sie Fahrgäste befördert, während die Rösser immer versorgt werden müssen. Seit 1908 hat es Liniennummern gegeben und die rund sechs Kilometer lange Strecke zwischen der Börse und Horn wurde zur Linie 4. 1914 legte die Bremer Straßenbahn die Horner Bahn mit der Linie 5 zusammen, und die "4" fuhr fortan zwischen Horn, Börse, Buntentor und Arsterdamm.
Die Jahre nach dem Ersten Weltkrieg, Inflation und Weltwirtschaftskrise machten den Traum von einer Verlängerung der Straßenbahn bis nach Oberneuland, Borgfeld oder gar Lilienthal zunichte. Ab 1924 hat die BSAG statt dessen Buslinien eingerichtet. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges brach die Stromversorgung zusammen und keine Straßenbahn konnte mehr verkehren. Immerhin fuhr ab 4. August 1945 die Linie 4 A (A für Altstadt) zwischen Horn und Sankt-Joseph-Stift, ab 15. September 1945 bereits zum Domshof. Wegen der Zerstörung aller Weserbrücken war ein durchgängiger Verkehr bis zum Arsterdamm erst ab 1947 wieder möglich. 1956 kamen die ersten Gelenkzüge auf der "4" zum Einsatz, die sogenannten "Ackerwagen". 1965 benötigten sie für die rund 10 Kilometer lange Strecke mit 23 Haltestellen etwa 36 Minuten Fahrzeit. Zwei Depots (Horn und Huckelriede) sorgten dafür, dass alles glatt lief.
1967 übernahmen die neue Linie 1 und die 30-er Busse weitgehend die Aufgaben der Linie 4. Noch verdienten die Straßenbahnen ihren "Gnadenstrom". Nur im Berufsverkehr und ohne Anhänger pendelten die Triebwagen zwischen Domshof und Horn. Am 29. April 1972 um 14:38 Uhr rollte die letzte "4" ab Horn. Zwei Tage darauf gab es noch einmal eine Sonderfahrt. 23. Mai 1998 - feierliche Wiedereröffnung der Horner Bahn! Einen Tag darauf, am 24. Mai 1998, kehrte die Linie 4 als bequemes, umweltfreundliches und wirtschaftliches Verkehrsmittel auf ihre gewohnte Strecke zurück. Sie fuhr jedoch an beiden Endpunkten weiter hinaus als 1967: * In Horn über die ehemalige Wendeschleife an der Horner Kirche zunächst bis zur Horner Mühle. * Ab Huckelriede über die 1973 eingeweihte Stecke bis nach Arsten.
Ein gutes Zeichen: Bereits am 7. Dezember 1998 erfolgte die erste Verlängerung der Linie 4 vom Heukämpendamm um zwei Haltestellen bis nach Arsten-Südwest. Und fast genau vier Jahre später, am 6. Dezember 2002, werden die Bahnen bis nach Borgfeld rollen! Die Geschichte der Linie 4 im Zeitraffer 1876 Eröffnung der Pferdebahnstrecke Herdentor - Horn 1877 Pferdebahndepot an der Horner Kirche eröffnet 1880 Siebeneinhalb-Minuten-Betrieb an schönen Sommernachmittagen eingeführt 1924 Erste Autobuslinie von Horn nach Oberneuland eröffnet 1925 Hinsichtlich der Wagen-Kilometer ist die Linie 4 die zweitwichtigste Linie 1926 Buslinie Horn - Borgfeld, 1929 bis nach Lilienthal verlängert 1938 Bau einer Omnibushalle in Horn 1944 August: Großangriff auf Bremen. Die Linie 4 fährt mehrere Wochen nicht. 1945 Sämtliche Weserbrücken sind zerstört. Zunächst (Juni) nehmen Omnibusse den Verkehr von Horn zum Bahnhof auf. Ab August folgt schrittweise die Linie 4 A (A=Altstadt). Ab September läuft in der Neustadt (=N) die Linie 4 N: Leibnizplatz - Arsterdamm. 1965 Aufgabe des Betriebshofes Huckelriede. Ein Teil der Züge wird zum Betriebshof Flughafendamm umbeheimatet 1967 Aufgabe des Betriebshofes Horn. Zunächst werden dort noch Wagen abgestellt 1969 Abbruch des Horner Depots 1972 Die vorerst letzte Linie 4 rollt nach Horn (Lestra) 1973 Verlängerung der Straßenbahn von Huckelriede nach Arsten (Linie 1). Aufgabe der kurzen Strecke: Huckelriede - Arsterdamm 1996 Beginn der Bauarbeiten für die neue Linie 4 1998 Wiedereröffnung bis nach Horn-Lehe. Verlängerung in Arsten 2001 Beginn der Bauarbeiten für die Verlängerung bis nach Borgfeld 2002 Eröffnung der Verlängerung bis nach Borgfeld
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