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Eine Nacht im Reinigungsteam der BSAG-Werkstatt in der Neustadt
Wenn Anna B. ihren Dienst als Wagenpflegerin der Straßenbahn- und Buswerkstatt bei der BSAG in der Neustadt antritt, ist es meistens dunkel. „Tagsüber sind ja fast alle Busse im Einsatz, deshalb müssen wir die Mehrzahl der Wagen nachts reinigen. Noch gegen Mitternacht treffen viele Fahrzeuge ein, dann herrscht bei uns Hochbetrieb".
Und wie sehen die Fahrzeuge aus, die tagsüber und abends die Fahrgäste durch die Stadt befördert haben? Ein Blick in einen Bus fördert deutliche Spuren des langen Einsatzes zutage. Vor allem im hinteren Wagenbereich sind einige Sitzbänke bekritzelt.
„Da werden wir wohl wieder viel Zeit brauchen, um das einigermaßen sauber zu bekommen", berichtet Anna B. Außerdem sind einige Fensterscheiben zerkratzt. In einer Ecke klebt man beim Darübergehen deutlich am Fußboden fest: die Reste verschütteter Cola oder eines Bieres machen sich unangenehm bemerkbar. Und richtig, unter der Sitzbank stehen noch die Dosen zusammen mit den zerknitterten Überresten einer Tageszeitung. Alles in allem ein wenig einladender Eindruck, was die Leute im Laufe eines Tages in Bahnen und Bussen so alles unachtsam liegenlassen.
„Das ist heute leider nicht ungewöhnlich. Manche Wagen sehen noch schlimmer aus" berichtet Anna B. Deutlich ist eine gewisse Resignation zu spüren.
Schrittweise werden Bahnen und Busse von den Abstellgleisen in die große, hell erleuchtete Halle gefahren. Der Schichthandwerker Carsten D. aus dem Busbereich prüft dort zunächst, ob alles in Ordnung ist. Dabei herrscht trotzt der späten Stunde reges Treiben, denn morgens müssen ja alle Wagen wieder einwandfrei fahrtüchtig sein.
„Anna , der Wagen 4625 sieht ja schlimm aus". Gleich wenn wir mit der Durchlaufwartung fertig sind, braucht er dringend eine Nassreinigung", ruft Carsten D. ihr zu. Nach dem Ausfegen erfolgt sogleich das Aufwischen. Es riecht nach frischen Zitronen; dieser Duft ist dem Reinigungsmittel beigefügt. Anschließend müht sich der Kollege ab, mit Hilfe einer speziellen Flüssigkeit die Beschmierungen in den hinteren Ecken zu entfernen. Als nach einiger Zeit der Wagen hinten wieder einen adretten Eindruck hinterlässt, wird er in die Waschstraße gefahren.
„Diese Anlage ist computergesteuert und arbeitet vollautomatisch“, erklärt Carsten D. stolz und schaltet sie ein. Sogleich setzen sich die beiden Bürstentrommeln in Bewegung.
„Beim Rotieren wird aus feinen Düsenstrahlen Wasser mit Außenreinigungs-Zusatz aufgesprüht“. Allmählich gleiten die rotierenden Bürsten von vorn nach hinten und anschließend wieder zurück. Auf dem Rückweg erfolgt der Klarwasser-Sprühvorgang. Somit wird die Seife abgespült. Nun ist der gesamte lange Gelenkbus ganz gereinigt und wird blitzblank auf den Betriebshof aufgestellt und gekurst, d.h. für den nächsten Einsatz auf das den richtigen Strang gefahren.
Die komplette Außenwäsche hat wohl etwa 12 Minuten gedauert. Schließlich muss alles schnell gehen, denn hinter „unserem“ Bus warten schon die nächsten Fahrzeuge.
„Es wäre schön, wenn mehr Leute auf die Sauberkeit in den Fahrzeugen achten würden, denn schließlich wollen ja alle proppere Bahnen und Busse." Mit diesen Worten verabschieden sich Anna B. und Carsten D.
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