BSAG-Logo - zur Startseite
english version
Kontakt Newsletter Jobs Index
Unternehmen >

Fahrzeuge

19. Juni 2013

Historische Straßenbahnwagen


Historischer Triebwagen 49 ("Molly")


Bremens ältester Straßenbahntriebwagen mit der liebevollen Bezeichnung „Molly“ ist Baujahr 1900 und kann sogar noch aus eigener Kraft fahren! Beim Einsatz muss der Fahrer ihn wie vor 100 Jahren im Stehen und auf offenen Plattformen durch Bremen fahren. Lediglich der Scheren-Stromabnehmer ist ein Zugeständnis an die heutige Zeit - die originalen Rollen-Stromabnehmer (Stange) können die heutigen Straßenbahn-Oberleitungen nicht mehr nutzen.

In Bremen fuhr die erste elektrische Straßenbahn Europas mit Oberleitung versuchsweise bereits 1890. 1892 folgte dann der elektrische Linienbetrieb. Die ersten „Elektrischen“ hatten jedoch noch viele technische Probleme und waren nur kurze Zeit im Einsatz.

Mit der Ausweitung des elektrifizierten Streckennetzes benötigte die Bremer Straßenbahn neue Fahrzeuge. In den Jahren zwischen 1900 und 1907 baute sie in der betriebseigenen Waggonbauanstalt in Walle eine Fahrzeugserie mit den Wagen 33 – 179. Diese Fahrzeuge waren zweiachsig, und hatten einen vierfenstrigen Wagenkasten mit 24 Sitzplätzen. Lediglich bei den Fahrgestellen gab es zwei Ausführungen.
Von Anfang an erhielten alle Triebwagen den neu entwickelten Plattform-Fahrschalter, welcher dem Fahrpersonal erhebliche Erleichterungen brachte, und in Bremen erst 1990 durch eine elektronische Steuerung ersetzt wurde.

In der Technik wurden diese Wagen im Laufe der Jahrzehnte natürlich ständig verbessert. Die letzten waren übrigens bis 1964 und damit rund 60 Jahre im Einsatz, wenn auch mit erheblichen Veränderungen gegenüber dem Lieferzustand!

Daten und Fakten der „Molly“
  • Wagennummer: 49
  • Baujahr: 1900
  • Hersteller: Waggonbauanstalt Walle der Bremer Straßenbahn AG
  • Eigengewicht: 10,3 to
  • Gesamtgewicht: 12,5 to 
  • Länge: 9,52 m
  • Breite: 2,05 m
  • Sitzplätze: 24
  • Stehplätze: 30
  • 2 Fahrmotoren
  • Motor: 2 x AEG U 140
  • Leistung: 2 x 56 kW
  • Fahrschalter: AEG B 16 M
  • Bremse: Feststellbremse, Generatorbremse
  • zulässige Höchstgeschwindigkeit: 30 km/h

Die Fahrzeuge bekamen zwischen 1911 und 1926 geschlossenen Plattformen (die Molly war 1922 dran) und nach und nach auch stärkere Motoren. Seit dieser Zeit trugen die den Namen „Umbauwagen“.
In den Jahren zwischen 1938 und 1939 erfolgte noch eine Modernisierung von 22 Wagen, wobei das Aussehen der Wagenkästen und die Inneneinrichtung (gepolsterte Sitzbänke) dem aktuellen Stand entsprechend gestaltet wurden. Ein Fahrzeug in diesem Zustand ist mit dem Triebwagen 134, Baujahr 1904, noch fahrfähig vorhanden.

1940 ersetzte man die Wagenkästen von 9 Triebwagen durch Neubauten, welche länger und breiter waren. 50 Fahrzeuge der Serie 33 - 179 fielen dem 2. Weltkrieg zum Opfer, die restlichen verkehrten bis in die 60-er Jahre im Linienverkehr. Der Wagen 134 überlebte als Fahrschulwagen LW1 sogar bis in die späten siebziger Jahre.

1943 war der Triebwagen 49 im Betriebshof Gröpelingen stationiert und von dort aus wahrscheinlich auf der Linie 8 nach Burg oder der Linie 11 zur Norddeutschen Hütte eingesetzt. Im Zweiten Weltkrieg erlitt die „Molly“ Schäden und fuhr erst wieder ab 1947 und zwar diesmal vom ehemaligen Betriebshof Haferkamp in Utbremen aus auf den Linien 5, 6, 7 und 16. Ende 1948 verkehrte sie ausschließlich auf der Linie 7 (Rablinghausen - Hartwigstraße) und war wahrscheinlich  im Woltmershauser Depot untergebracht.
Als einer der letzten Wagen seiner Serie wurde er im April 1952 abgestellt, also nach über 50 Jahren Einsatzzeit! Er wanderte jedoch nicht auf den Schrott, sondern verkehrte von 1954 bis 1956 als Reklamewagen ohne Fahrgäste. 1962, zum ersten Tag der offenen Tür der neuen Hauptwerkstatt am Flughafendamm, wurde der Tw 49 als erster Museumswagen der BSAG restauriert und in den Zustand von ca. 1908 zurückversetzt. Seitdem ist die liebevoll gepflegte „Molly“ nur noch zu besonderen Anlässen im Einsatz.


nach oben

 

Fotogalerie der "Molly", Triebwagen 49

Die "Molly", Triebwagen Nr. 49, wurde bereits 1900 gebaut. Molly ist damit der älteste Straßenbahnwagen der BSAG. Die "Molly" ist noch fahrbereit und zu besonderen Anlässen auf Achse, so zum Beispiel bei der Eröffnung der neuen Straßenbahnstrecke bis nach Borgfeld. Sie darf jedoch leider keine Fahrgäste befördern.
Foto von der Molly
Die "Molly" in Sebaldsbrück
Foto
Liebevolle Details in der "Molly": die Wagennummer
Foto
So einfach war die Fahrgastinformation anno 1900!
Foto
Die Börse am Marktplatz war eine der beiden Endstationen der Linie 4. Das gelbe Horn auf dem Dach der Motorwagen war das damalige Symbol der Linie 4
Foto
Fahrschalter der "Molly". Während der Fahrt müssen die Fahrer auf offenen, unverglasten Plattformen stehen - ein "Knochen-Job"!
Foto
Bremskurbel auf der offenen Plattform des Wagens 49
Foto
Typisch für die Bauart der Molly waren die längs zur Fahrtrichtung aufgestellten Sitzbänke. Die Type wurde daher außer als "Umbauwagen" auch als "Längssitzer" bezeichnet.
Foto
Liebvolles Detail: Jugendstil-Lampe im Wagen 49
Foto
Seitenansicht der "Molly" mit dem Fahrgestell
nach oben

Historischer Umbau-Triebwagen 134


Vornehm: Plüschpolster und Gardinen

Der zweitälteste Veteran ist der Triebwagen Nr. 134, Baujahr 1904. Er stammt aus der gleichen Fahrzeugreihe, wie die "Molly" und hatte ursprünglich offene, unverglaste Plattformen. Heute präsentiert er sich nach mehreren Modernisierungen im Umbau-Zustand der späten 30-er Jahre: Vornehm mit Plüschpolstern und Gardinen ausgestattet, dreht er nach wie vor seine nostalgischen Runden.

Im Linienbetrieb wurde der 134-er bis 1954 eingesetzt. Danach fungierte er als Fahrschul-Wagen und ab 1974 als Arbeitswagen. Anfang der 90-er Jahre wurde die Bahn liebevoll restrauriert. Vor kurzem erhielt der Wagen eine komplette Neulackierung und erstrahlt in neum Glanz.

Daten und Fakten:

  • Hersteller: Eigenbau
  • Baujahr: 1904
  • Wagennummer: 134
  • Länge über Kupplung: 9.580 mm
  • Breite: 2.020 mm
  • Höhe über Dach: 3.250 mm
  • Sitz- und Stehplätze: 18/25
  • Eigengewicht: 14 to
  • Gesamtgewicht: 14,95 to
  • Motor: 2 x AEG US 351 a
  • Leistung: 2 x 37,5 kW
  • Fahrschalter: AEG VNFB 3,85/FB Spez. 41
  • Bremse: Schienenbremse, Generatorbremse, Feststellbremse
  • zulässige Höchstgeschwindigkeit: 60 km/h

nach oben

 

Fotogalerie Wagen 134 (bitte klicken Sie auf die kleinen Fotos)

Triebwagen Nr. 134 war ursprünglich ein Fahrzeug wie die "Molly". Das heißt, er hatte offene unverglaste Plattformen. Heute präsentiert er sich im Umbau-Zustand der späten dreißiger Jahre. Vornehm mit Plüschpolstern und Gardinen, kann der 134er mit seiner gediegenen Innenausstattung für Sonderfahrten angemietet werden. Er wird zudem regelmäßig auf der historischen Ringbahnlinie 16 eingesetzt.
Foto
Beschilderung und Stromabnehmer des Triebwagens 134
Foto
Wagennummer
Foto
Der Fahrschalter unseres 134er
Foto
Bremskurbel
Foto
Im Wagen 134 sitzt man vornehm auf Plüsch-Polstern. Die Innen-Einrichtung ist mit den Vorhängen sehr gediegen. Die Sitzbänke befinden sich längs zur Fahrtrichtung.
Foto
Liebevoll gestaltete Details an der Decke des 134er.
Foto
Gediegene Innenausstattung im Wagen Nr. 134 - mit Plüschpolstern
Foto
Liebevoll gestaltete Details an der Decke des Wagens 134: Beleuchtung, Festhaltegriff und Klingelleine.
Foto
Mit Hilfe dieser Glocke gibt der Schaffner die Signale zum Abfahren oder Anhalten.
Foto vom historischen Wagen 134
Achslager des Wagens 134
Detailansicht des hsitorischen Wagens 134
Wappen am historischen Triebwagen 134
Foto
Zweites Wappen am Triebwagen 134
nach oben

Historischer Triebwagen 701


Rechtzeitig zum 125. Geburtstag der BSAG 2001 hatten die Freunde der Bremer Straßenbahn e.V. und die Werkstätten der BSAG den historischen Straßenbahn-Triebwagen 701, Baujahr 1947, restauriert. Auf harten Holzbänken aus Latten kann man wie in den ersten Nachkriegs-Jahren stilecht durch Bremen reisen und der Schaffner ruft wie einst: „Noch jemand ohne Fahrschein?“.

Der Triebwagen 701 wurde 1947 von der Bremer Dock- und Maschinenbau-Gesellschaft (BDM) - der späteren Schiffsbauwerft AG Weser - gebaut. Es ist der Beginn des Wiederaufbaus, als noch Provisorien herhalten mussten und Ersatzteile aus den im Krieg beschädigten Straßenbahnen ausgebaut wurden. Für die total zerstörten Wagen brauchte die BSAG dringend Ersatz, so dass man für die Konstruktion der neuen Serie Pläne der bis 1942 beschafften sog. Lindnerwagen (nach der Herstellerfirma) zugrunde legte. Dabei handelte es sich um zweiachsige Fahrzeuge, in denen auch Teile ausgebombter Fahrzeuge zum Einbau kamen, mit einfacher Technik und einfacher Innenausstattung. Bot etwa die Bremer Straßenbahn AG in einigen Fahrzeugen vor dem Zweiten Weltkrieg den Fahrgästen bereits gepolsterte Sitze (so z.B. auch im Museumstriebwagen Nr. 134), wurden in den Nachkriegs-Fahrzeugen wieder Holzbänke aus Lattenholz eingebaut. Aber zunächst einmal ging es nicht um Komfort, sondern die Straßenbahn musste vorrangig die Fahrgast-Massen befördern.

Der Triebwagen 701 wurde 1947 fertiggestellt und erhielt im Gegensatz zu seinem Vorgänger (Wagen 700) ein neues Fahrgestell. Bis 1949 folgten noch 23 weitere gleichartige Trieb- und 25 Anhänger (Nr. 700 - 724 bzw. 1700 - 1724). 1954 baute die Bremer Straßenbahn AG sogar noch Fahrzeuge in Eigenregie nach. Sie kamen zusammen mit älteren Bahnen u.a. auf den Linien 2, 3, 4, 6, 7 und 10 sowie zuletzt auf der Hafenbahnlinie 11 (Gröpelingen - Klöckner Werke) bis 1970 zum Einsatz. Dabei konnten Züge bestehend aus einem Trieb- und zwei Beiwagen gebildet werden. Anschließend dienten einige von ihnen noch als Arbeitswagen, so z. B. bis noch vor einigen Jahren der Schienen-Schleifwagen (ex 722). Als letzter seiner Art findet der Eingleis- und Gerätewagen (Baujahr 1954; ex Wagen 651) heute noch Verwendung. Triebwagen Nr. 701, vorübergehend als Nr. 886 bezeichnet, diente bis 1985 in Gröpelingen als Rangier-Triebwagen zum Wenden der Drehgestelle der neueren Wagen und wurde dann in Sebaldsbrück abgestellt. „Jetzt bereichert er die Flotte der aktiven Museumswagen und wird sich sicher schnell großer Beliebtheit erfreuen“, so Georg Drechsler, Vorstandsvorsitzender der BSAG.

Daten und Fakten:

  • Achsen: 2
  • Anhänger: Es konnten bis zu zwei Beiwagen befördert werden (Dreiwagenzüge)
  • Baujahr: 1947
  • Breite: 2.200 mm
  • Bremse: Schienenbremse, Generatorbremse, Feststellbremse
  • Eigengewicht 12,2 to (Wagenkasten 5,8 to)
  • Einsatz bis ca. 1953/54 auf der Linie 2, ab 1955 Linie 4 (Depot Buntentor), später Linie 3, ab ca. 1963 Linien 6 und 7, 1965 Einbau von Entwertern (Einmannbetrieb), bis 1970 Linie 11 Gröpelingen - Klöckner Werke, bis 1985 Arbeitswagen, anschließend im Betriebshof Sebaldsbrück abgestellt.
  • Fahrmotoren: 2 (AEG USL 333a)
  • Fahrschalter: 2 (Knorr VNFB 2.87)
  • Hersteller: Bremer Dock- und Maschinenbaugesellschaft (BDM; später AG Weser)
  • Höhe: 3.200 mm
  • Länge: 10.860 mm
  • Leistung: 120 kW
  • Restaurierung: Ende 2000 abgeschlossen
  • Sitzplätze: 24
  • Stehplätze: 56
  • Typ: T2c
  • Wagennummer: 701, dann 886, heute wieder 701
  • zulässige Höchstgeschwindigkeit: 60 km/h

nach oben

 

Fotogalerie Wagen 701

Wagen 701 entstand 1947 bei der Bremer Dock- und Maschinenbaugesellschaft, der späteren "AG Weser". Wie in den Nachkriegsjahren sitzen die Fahrgäste auf Bänken aus Lattenholz. Triebwagen 701 wird auf der historischen Ringbahnlinie 16 eingesetzt und steht auch für Sonderfahrten zur Verfügung.
Foto
Fahrer und Schaffner empfangen Sie vor der Fahrt. Abfahrts-Haltestelle der Linie 16 ist der Hauptbahnhof/ Gleisdreieck an der Bahnhofstraße.
Foto
Fahrer und Schaffner müssen während der Fahrt stehen - und erzählen Ihnen trotzdem gut gelaunt Wissenswertes von der Straßenbahn!
Foto
In den Nachkriegsjahren waren die Ansprüche noch gering: Einfache Latten-Holzbänke genügten. Erinnern Sie sich noch an die kleinen Tischchen? Sie waren praktisch zum Aufstützen, oder um eine kleine Tsich darauf abzustellen. Auch dieses liebevolle Detail finden Sie im Wagen 701.
Foto
Nehmen Sie Platz! Zum Beispiel im Wagen 701 auf Bänken aus Latten-Holz - stilecht wie 1947!
Foto
Liniennummer-Kästen und Zielfilme am Wagen 701
Foto
Kupplung des Wagens 701
Foto
Fahrrichtungsanzeiger am Wagen 701
Foto
Wagen 701 in der Balgebrückstraße
Foto
Der historische Triebwagen 701 fährt auf der Ringbahn-Linie 16 bei jeder zweiten Tour auch über den Marktplatz.
nach oben

Historischer Großraum-Zug 811/1806 ("Zigarre")


Bitte hinten einsteigen!

"Zigarre" repräsentiert Technik der Wirtschaftswunder-Jahre

Der Großraumzug 811/1806 ist Baujahr 1954 und repräsentiert die Straßenbahn-Technik der so genannten Wirtschaftswunder-Jahre. Trieb- und Biewagen besitzen Schaffnerplätze: Beim sogenannten Fahrgastfluss mussten und müssen die Fahrgäste hinten einsteigen, beim Schaffner die Fahrkarten vorzeigen oder kaufen und dann nach vorn durchgehen.

Der bei Hansa-Waggonbau gebaute Zug ist ist landläufig auch als "Zigarre" bekannt - wegen seines nieren- oder zigarrenförmigen Designs. Wagen der Reihe 806 bis 827 (Triebwagen) und 1806 bis 1825 (Beiwagen) waren in Bremen von 1954 bis 1990 im Einsatz.

Daten und Fakten Triebwagen 811/Beiwagen 1806:

  • Hersteller: Hansa-Waggonbau/dto.
  • Baujahr: 1954/1954
  • Länge über Kupplung: 14.185 mm/14.185 mm
  • Breite: 2.200 mm /2.200 mm
  • Höhe über Dach: 3.016 mm/3.016 mm
  • Sitz- (Stehplätze): 28 (75) / 33 (76)
  • Eigengewicht: 15,3 to/10,4 to
  • Gesamtgewicht: 22,2 to/17,5 to
  • Motor: 4 x AEG GBM 401
  • Leistung: 4 x 60 kW
  • Fahrschalter: Kiepe NF 52
  • Bremsen: Schienenbremse, Federspeicherbremse, Generatorbremse
  • zulässige Höchstgeschwindigkeit: 70 km/h

nach oben

 

Fotogalerie:Stadtrundfahrt-Linie 15 (bitte klicken Sie auf die kleinen Fotos!)

Foto
Herzlich wilkommen bei der "15 - Stadtrundfahrt"!
Foto
Großraum-Triebwagen 811 trägt wegen seiner Form den Spitznamen "Zigarre". Er ist Baujahr 1954 und eines der beiden Triebfahrzeuge der Stadtrundfahrt-Linie 15.
Foto
Die Front des Wagens 811
Foto
Im Wagen 811 heißt es wie in den fünfziger Jahren: "Bitte ganz hinten beim Schaffer einsteigen, die Fahrkarte vorzeigen oder kaufen und dann ganz nach vorn durchgehen!"
Foto
Ansturm auf die nächste Stadtrundfahrt
Foto
Im Wagen 811 empfängt Sie der Schaffner. Er kassiert aber nicht nur Ihr Fahrgeld, sondern erzählt Ihnen während der Fahrt Wissenswertes über Bremen und seine Straßenbahn.
Foto
Nehmen Sie Platz - auf Sitzen der Holzklasse - stilecht wie 1954!
Foto
Triebwagen 811 mit dem passenden Anhänger 1806 ist in der Falkenstraße auf eienr Sonderfahrt unterwegs.
nach oben

Historischer dreiachsiger Gelenk-Triebwagen 917 ("Ackerwagen")


Rechtzeitig zur Eröffnung der neuen Straßenbahnstrecke der Linie 4 bis nach Borgfeld 2002 restaurierten die Auszubildenden und Ruheständler der BSAG sowie die Freunde der Bremer Straßenbahn e.V. unter fachkundlicher Anleitung der BSAG-Werkstatt in der Neustadt eine historische Straßenbahn. Der urige Fünfziger-Jahre-Gelenktriebwagen mit der Nummer 917 fuhr unter seiner damaligen Nummer 846 als einer der letzten Bahnen auf der ehemaligen Linie 4 nach Horn.  Der „917-er“ weist noch einige weitere Besonderheiten auf:
  • Wagen 917 durfte als erstes Fahrzeug im Jahr 1960 die heutige Wilhelm-Kaisen-Brücke (damals Große Weserbrücke) befahren und damit eröffnen
  •  Er war ab 1977 als erster Partywagen der BSAG im Einsatz

Der nostalgische Hauch einer aus dem Stadtbild längst verschwundenen Fahrzeug-Generation der „Wirtschaftswunderjahre“, die ruckartige, eigenwillige Fahrweise und der urige Charakter des Wagens mit seinen Sitzbänken aus Pressholz, dem Fußboden aus Lattenholz oder den beim Öffnen und Schließen ratternden Schiebetüren wecken Erinnerungen und lassen die Fahrt in der liebevoll restaurierten Straßenbahn zu einem besonderen Erlebnis werden. Und so bereichert der „917“ die museale Straßenbahnflotte in Bremen. Das ursprünglich 1980 abgestellte Fahrzeug steht jetzt wieder für Stadt-Rundfahrten zur Verfügung und verdient darüber hinaus künftig bei privaten Sonderfahrten seinen „Gnadenstrom“.

Zu ihrer Zeit waren sie Problemlöser

Mitte der fünfziger Jahre stiegen auch bei der BSAG die Fahrgastzahlen erheblich an. Man suchte nach Lösungen, um das Platzangebot zu erhöhen, ohne mehr Personal einzusetzen und den vom Wiederaufbau stark strapazierten Geldbeutel zu belasten: Die Beschaffung weiterer moderner Großraumzüge war daher zunächst nicht drin. So entstand als Kompromiss der erste Gelenkzug der BSAG - der sogenannte „Tatzelwurm“: Die dreiachsigen Wagen waren eine einmalige Konstruktion und liefen nur in Bremen. Sowohl Trieb- als auch Beiwagen hatten je ein zweiachsiges Vorderteil und einen einachsigen Nachläufer. Beide Wagenteile waren durch ein Gelenk miteinander verbunden. Beim Bau konnten Teile geplanter, aber nicht mehr hergestellter zweiachsiger Wagen verwendet werden. Die Bremer Nachrichten berichteten damals über das Design des anfangs viel bestaunten Gelenkzuges: „Halbes Weißbrot rollt auf Schienen“.

Den Komfort der moderneren Großraumzüge konnten die dreiachsigen Gelenkwagen nicht erreichen: Die Fahreigenschaften dieser Type waren durch die starren Achsen nur mäßig. Während die alten Züge jedoch auf den Hauptlinien bis zu drei Schaffner benötigten, kam der Gelenkzug bei gleichem Platzangebot mit zwei Schaffnern aus - sparte also Personal ein.

Wegen ihrer etwas ruckartigen und lauten Fahrweise erhielten die neuen Wagen rasch den liebvoll-spöttischen Spitznamen „Ackerwagen“. Immerhin waren sie gegenüber den älteren Bahnen mit automatischen Türen ausgestattet und auf Fahrgastfluss ausgelegt: hinten beim Schaffnerplatz einsteigen, vorn aussteigen.

Insgesamt 28 Züge wurden zwischen 1955 und 1958 gebaut und überwiegend auf der Linie 4 (Arsterdamm - Horn) und darüber hinaus auf den Linien 2 und 3 eingesetzt. Triebwagen 917 lief zunächst  vom alten Betriebshof Buntentor aus auf der Linie 4, ab 1966 vom Gröpelinger Depot auf der Linie 3. Später war er im Betriebshof Neustadt beheimatet. Wegen ihrer einfachen Technik und des mäßigen Komforts  wurden die ersten „Ackerwagen“ schon ab 1967 durch modernere vierachsige Gelenkzüge ersetzt und wanderten bis Ende der siebziger Jahre fast komplett auf den Schrott. Während die moderneren Großraum- und Gelenkzüge bis 1970 bereits weitgehend schaffnerlos verkehrten, erforderten die dreiachsigen Gelenkzüge immer noch zwei Schaffner. Sie wurden daher kaum noch verwendet. Sieben Triebwagen - darunter der 917 - blieb die Verschrottung aber zunächst erspart. Sie wurden 1970 für den Einsatz auf der verkürzten Linie 4 auf schaffnerlosen Betrieb umgebaut. Nach der vorübergehenden Einstellung der Horner Strecke 1972 kam der jetzt als 846 bezeichnete Wagen bis zum endgültigen Ende 1977 zunächst noch in den Einsetzdienst: „Zu ihrer Zeit waren sie Problemlöser - einige Wagen ruckeln und kreischen noch ab und zu durch die Kurven“ berichtete seinerzeit die BSAG-Betriebszeitung „Die Haltestelle“.

Daten und Fakten

  • Achsen: 3 Stück (Vorderteil 2, Nachläufer 1)
  • Antrieb: 2 Motoren (AEG US 0351a)
  • Baujahr: 1957 (Serie von 1955 bis 1958)
  • Bauart: GT3 (dreiachsiger Gelenktriebwagen)
  • Bremsen: 2x Schienenbremse
  • Fahrschalter: 1 (AEG VNFB 2,92)
  • Fahrzeuglänge: 16,44 m
  • Fahrzeugbreite: 2,21 m
  • Gewicht (leer): 17,0 to
  • Hersteller. Bremer Straßenbahn AG (Vorderteil)
  • Hansa Waggonbau GmbH (Nachläufer)
  • Höchstgeschwindigkeit:  50 km/h
  • Leistung: 2 x 76 kW
  • Plätze: 33 Sitz- und 45 Stehplätze
  • Serie: 28 Trieb- und 28 Beiwagen (901-928; 1901-1928)
  • Türen: (Anzahl) 3

nach oben

 

Fotogalerie des "Ackerwagens" 917

Foto vom historischen Triebwagen 917
"Ackerwagen" 917 vor der Halle in Sebaldsbrück
"Ackerwagen" 917 ist ein dreiachsiger Gelenktriebwagen. Das 1956 gebaute Fahrzeug hat ein zweiachsiges Vorderteil und einen einachsigen Nachläufer. Diese Bauart gab es nur in Bremen. Der 917-er konnte mit dem Fahrkomfort der damals modernen Großraumwagen nicht mithalten. Seine eigenwillige Fahrweise, die beim Öffnen und Schließen laut ratternden Schiebetüren und viele andere liebevolle Details lassen die Fahrt zu einem besonderen Erlebnis werden. Er wird auf der Stadtrundfahrtlinie 15 und zu besonderen Anlässen eingesetzt.
Foto
Übergabe des soeben restaurierten Wagens 917
Vorderansicht des historischen "Ackerwagens" 917
Vorderansicht des historischen "Ackerwagens" 917
Foto
Haltewunschtaste
Foto
Zielschild des 917er
Foto
Kupplungs-Steckdosen am Heck des 917er.
Foto
Bernd Kindereit an der Kurbel des "Ackerwagens" 917
Foto
Fahrerpult des 917er. Haben Sie schon die Taste für den Schaffner-Ruf entdeckt?
Foto
Der Schaffnerplatz im Triebwagen 917.
Foto
Inneneinrichtung des 917er im Bereich des Gelenkes
Foto
Faltenbalg im Gelenk des 917er: Die "Ackerwagen" waren die ersten Fahrzeuge mit Gelenk. Diese für die Fahrgäste neuartige Konstruktion erforderte anfangs Schutzvorrichtungen zur Verhinderung von Einklemmungen.
Foto
Holzlatten statt Kunststoff
Foto
Straßenbahnfahrer Bernd Kindereit und zugleich Vorstandsvorsitzender der Freunde der Bremer Straßenbahn e.V. begrüßt Bundesumweltminister Jürgen Trittin vor der Fahrt mit dem historischen Straßenbahn-Triebwagen 917 ("Ackerwagen"!)
Foto
Jürgen Trittin an der Kurbel des hsitorischen Straßenbahn-Triebwagens Nr. 917 unter der Aufsicht des Straßenbahnfahrers Bernd Kindereit
nach oben

Historischer Hansa-Gelenkzug 446/1458


Der Hansa-Gelenkzug ist das Nesthäkchen in den Reihen der Altgedienten bei der BSAG. Er lief 1966 bei der Hansa-Waggonbau "vom Stapel" und wurde bis 1996 im Linienbetrieb eingesetzt. Seither ist er als Museumszug auf Achse.

Der Gelekwagen leitete 1967 das moderne Straßenbahn-Zeitalter auf der Linie 1 ein, die damals vom Arsterdamm nach Blockdiek fuhr. Einige Züge aus den Baureihen 401 bis 479 wurden nach Rumänien abgegeben, wo sie teilweise noch heute ihren Dienst im Linienbetrieb verrichten.

Daten und Fakten Triebwagen 446/Beiwagen 1458:

  • Hersteller: Hansa-Waggonbau/dto.
  • Baujahr: 1966/1967
  • Länge über Kupplung: 17.553 mm/dto.
  • Breite: 2.300 mm
  • Höhe über Dach: 3.027 mm
  • Sitzplätze (Stehplätze): 41 (110) / 45 (113)
  • Eigengewicht: 18,6 to/13,4 to
  • Gesamtgewicht: 28,4 to/23,6 to
  • Motor: 4 x AEG/SSW GBM 401R
  • Leistung: 4 x 60 kW
  • Fahrschalter: Kiepe NF 592
  • Bremse: Schienenbremse, Generatorbremse (nur Tw), Federspeicherbremse
  • zulässige Höchstgeschwindigkeit: 70 km/h

nach oben

 

Fotogalerie des historischen Hansa-Gelenkzuges 446

Foto
Der Wagen 445 ist das zweite Triebfahrzeug der Stadtrundfahrt-Linie 15. Der Hansa-Gelenkzug 445/1458 wurde Mitte der sechziger Jahre gebaut zu einer Zeit, als Straßenbahnfahren wieder modern wurde. Er wurde zunächst vor allem auf der damals neuen Straßenbahnlinie 1 von Arsten nach Osterholz eingesetzt. Der jüngste historische Straßenbahnzug der BSAG verstärkt heute die Stadtrundfahrtlinie 15 und kann auch für Sonderfahrten angemietet werden.
Foto vom historischen Triebwagen 445
Stirnpartie. Der rote Punkt bedeutete "schafnnerloses Fahrzeug" und das F stand für Funkeinrichtungen
Foto
Zielschild und Stromabnehmer des Wagens 445
Foto vom historischen Triebwagen 445
Türenanordnung des historischen Triebwagens 445. Die Schilder an den Türen informieren u.a. darüber, dass sich kein Schaffner an Bord befindet.
Foto
1966 begnügten sich die Fahrgäste noch mit Holzbänken und schlichter Innenausstattung.
Foto
Im Wagen 445 findet man sie wieder - die so genannten "Texas-Schranken" zum Öffnen der Türen
Foto
Fahrer-Kurbel des Wagens 445
nach oben

 
Bremer Straßenbahn AG - Flughafendamm 12 - 28199 Bremen VBN-Serviceauskunft: Unter der Nummer 0421 - 59 60 59 erhält
man nicht nur rund um die Uhr Fahrplan-Auskünfte, sondern wird auch Anregungen und Kritik los. Telefax: 0421 / 55 96 302

E-Mail: info@bsag.de - Impressum - Datenschutzhinweise