Vereinsgeschichte


Straßenbahnfreunde in Bremen

Straßenbahnfreunde in Bremen gibt es schon seit langer Zeit. So gab es seit Februar 1954 einen Verein der sich "Freunde des Schienenverkehrs" nannte. Daher stammt auch der Name "Schienenfreunde", mit dem unser Verein von manchen Mitarbeitern der BSAG noch heute betitelt wird. 1961 erfolgte die Umbenennung in Eisenbahnfreunde Bremen; der Verein befasste sich aber auch weiterhin mit der Straßenbahn und hatte gute Kontakte zur Bremer Straßenbahn AG, wurde aber 2003 aufgelöst.
1981 hat sich eine Gruppe von Mitarbeitern der Bremer Straßenbahn AG zur "Interessengemeinschaft ÖPNV Bremen" zusammengeschlossen. Ziel dieser losen Vereinigung war es, sich mit der BSAG zu beschäftigen und andere Verkehrsbetriebe zu besuchen. Mitglieder dieser Interessengemeinschaft versuchten auch, einen Straßenbahnverein zu gründen, der sich um die Erhaltung von historischen Straßenbahnen kümmern sollte. Dieses Vorhaben ist aber gescheitert, so dass es nicht zur Vereinsgründung kam. 2006 hat sich auch die IG ÖPNV aufgelöst.

Erst 1989 haben sich verschiedene Mitglieder der IG ÖPNV mit einem Mitarbeiter der BSAG zusammengetan, um nun doch einen Verein zu gründen, der sich mit den historischen Fahrzeugen beschäftigen sollte. Dieser Mitarbeiter hatte gute Kontakte zum Verein "Freunde der Nürnberg-Fürther Straßenbahn e.V.", der uns wertvolle Hilfe bei der Gründung unseres Vereines gab.


Der Anfang der Freunde der Bremer Straßenbahn e.V.

Am 11. September 1989 trafen sich einige Straßenbahninteressierte, um die Grundlage für einen Betrieb mit historischen Straßenbahnen in Bremen zu schaffen. An diesem Tag wurde der Verein Freunde der Bremer Straßenbahn e.V. gegründet, der es sich zum Ziel setzte:
Die Zahl der Mitglieder des neuen Vereins wuchs schnell, so dass im Jahr 1997 erstmals mehr als 100 Straßenbahnfreunde aller Altersklassen (von 12 bis 89 Jahren) bei uns mitmachten.

Ende März 1990 ging die Zeit der Großraumwagen zu Ende und glücklicherweise gelang es durch das Entgegenkommen der BSAG, den Zug aus Triebwagen 811 und Beiwagen 1806 betriebsfähig zu erhalten. Der typengleiche Zug Tw 827+Bw 1815 ist ebenfalls noch vorhanden, wenn auch nicht einsatzfähig. Im neuen Domizil in Sebaldsbrück begannen die Schienenfreunde, wie wir BSAG-intern oft genannt werden, mit der Restaurierung des Großraumzuges. Ziel war es, den Zustand der fünfziger Jahre mit dem Schaffnerplatz möglichst wiederherzustellen. Es waren zwar einige Kompromisse nötig, dennoch sagen viele ältere Fahrgäste: Ja, genau so hat der früher ausgesehen.

Am 23. Juni 1990 hatten die Freunde der Bremer Straßenbahn e.V. ihren ersten öffentlichen Auftritt anlässlich eines Tages der offenen Tür in der Hauptwerkstatt. Im gleichen Jahr begann in Zusammenarbeit mit der BSAG der Betrieb der Stadtrundfahrtlinie, die seitdem in jedem Sommer Bremern und Auswärtigen die Stadt aus einer etwas anderen Perspektive nahe bringt. Bis 1996 begann die einstündige Rundfahrt mit Tw 811 und Bw 1806 am Bürgerpark, 1997 geht es am Hauptbahnhof los. Infos zum Streckenverlauf und Fahrpreisen unter: Termine, Linie 15



Wie ging es weiter ?

1991 begannen wir mit der Restaurierung des Triebwagens 701. Das Ziel war damals, ihn spätestens zu seinem 50sten Geburtstag 1997 wieder in Betrieb zu nehmen. Probleme bei der Wiederherstellung der elektrischen Anlage führten dazu, dass es erst Frühjahr 2001werden musste, bis der Tw nun endlich als betriebsfähiges Fahrzeug fertig gestellt werden konnte.

Durch die Ereignisse in der DDR und die anschließende Wiedervereinigung wurde es 1991 möglich, den LW 1 (die berühmte "Grüne Minna") nach Rostock zur Restaurierung zu bringen. Im August 1992 kam er hervorragend restauriert nach Bremen zurück, nun wieder im Zustand von 1939 unter seiner ursprünglichen Nummer 134. Wie alle anderen Museumswagen auch, gehört er der BSAG, wird aber von den Freunden der Bremer Straßenbahn e.V. eingesetzt. Im November 1992 hatte er beim Tag der offenen Tür in Gröpelingen seinen ersten großen Auftritt, seit 1993 fahren wir auch mit ihm eine Stadtrundfahrtlinie, die Linie 16 (bis 1994 als Linie 4 bezeichnet). Infos zum Streckenverlauf und Fahrpreisen unter: Termine, Linie 16

1992 wurde auch "Molly", der Tw 49 grundüberholt und wieder mit einem Scherenstromabnehmer versehen, so dass auch sie wieder im Netz der BSAG fahren darf, wenn auch nur ohne Fahrgäste.

Seit 1990 erscheinen regelmäßig Veröffentlichungen, die die Geschichte des Straßenbahn- (und seit einiger Zeit auch des Bus-) Verkehrs in Bremen beschreiben. Die bekannteste ist "Die Elektrische", eine jährlich erscheinende Broschüre mit bis zu 60 Seiten. Sie befasst sich mit der Geschichte interessanter Linien und Fahrzeuge, aber auch mit der allgemeinen Straßenbahngeschichte. Heft 18 ist bereits erschienen

Weiterhin gibt es eine übersicht über alle Straßenbahnfahrzeuge und Busse , die bei der BSAG und ihren Vorgängerbetrieben gelaufen sind, außerdem je eine Straßenbahn- und Buslinienchronik. Abgerundet wird das Angebot durch mehr als 50 Postkartenmotive und Krawattennadeln.

Das 1993 eingerichtete Archiv, (mittlerweile über 10.000 Bilder, viele Bücher und andere interessante Dokumente) im ehemaligen Betriebshof Hohwisch zog 1994 ebenfalls nach Sebaldsbrück um, so dass nun alle Arbeitsgruppen im dortigen Betriebshof ihren Sitz haben.

Seit 1992 waren wir an allen Tagen der offenen Tür der BSAG beteiligt, wobei wir in der Regel eine Fotoausstellung präsentieren, einen Verkaufsstand aufbauen, die Museumsfahrzeuge einsetzen und seit einiger Zeit auch eine Modellbahn im Maßstab 1:22,5 vorführen können.

Im August 2001 wurde Tw 917 in die Servicewerkstatt in der Neustadt geschleppt. Hier erfolgte die Aufarbeitung durch Mitarbeiter der BSAG, Lehrlinge verschiedener Fachbereiche, ehem. Mitarbeiter der BSAG und den Freunden der Bremer Straßenbahn e.V. . Am 06.12.2002 hatte er dann seinen ersten offiziellen Auftritt, bei der Eröffnung der Straßenbahnlinie 4 nach Borgfeld. Seither steht der Wagen wieder für Sonder-Fahrten bereit.

Am 12.10.2003 konnten wir unsere Dauerausstellung "das Depot" eröffnen.

Im Jahr 2005 war der Verein Freunde der Bremer Straßenbahn e.V. zum zweiten Mal Ausrichter der AHN - Tagung.

2008 konnte auf Grund von Umstrukturierungen der BSAG der Umzug der Museumswerkstatt in die zweigleisige Werkstatt in Sebaldsbrück erfolgen.
Mit der Integration der Modellbaugruppe "Linie 11" in unseren Verein, wurde eine wichtige Ergänzung zum Museumsangebot geschaffen.

Anfang 2009 konnte das Museum "Das Depot" umgebaut und erweitert werden. Unter anderem wurde eine LGB - Straßenbahn - Schauanlage durch "Linie 11" gebaut, die über einen originalen Fahrschalter zu steuern ist. Im Juni 2009 erfolgte die Bergung und Überführung des ältesten Bremer Fahrzeuges. Es handelt sich um den Wagen 23 der Bremer Pferdebahn.

Im September 2009 feierten wir "20 Jahre Freunde der Bremer Straßenbahn e.V.".

Nach 20 Jahren, wurde der Vereinsschriftzug von Fraktur in die "Bremen - Schrift" der 70er Jahre geändert.