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        Bremens »Klimabahn« geht auf Linie / Veranstaltungsreihe zum Klimawandel am kommenden Freitag, Sonnabend und Sonntag

        V.l.n.r.: Umweltstaatsrat Ronny Meyer, Dr. Nils Moosdorf (Scientists for Future) sowie Matthias Zimmermann und Monika Alke (beide BSAG-Vorstand) vor der Klimabahn (© BSAG)

        (© BSAG)

        (Bremen.) Die Klimaerwärmung und die daraus resultierende Klimakrise ist ein globales Phänomen. Um diese Krise zu bewältigen müssen die Staaten der Welt gemeinsam handeln. Dabei reichen globale Anstrengungen allein längst nicht mehr aus. Immer wichtiger wird auch das lokale Handeln — das Engagement vor Ort. Wie dieses aussehen könnte und wie nachhaltigeres Handeln aussehen muss, damit es erfolgreich ist, damit befassen sich seit März 2019 die Scientists for Future (S4F). Der Zusammenschluss vonWissenschaftler:innen will nicht nur über die Klimakrise informieren, sondern auch dazu beitragen, die Gesellschaft dadurch zu nachhaltigerem Handeln zu bewegen. In Bremen haben S4F in Kooperation mit der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) und mit der Hilfe zahlreicher Unterstützer:innen heute gemeinsam mit Umweltstaatsrat Ronny Meyer im Rahmen einer »Stunde für das Weltklima« eine »Klimabahn« auf den Weg gebracht. Das Fahrzeug vom Typ »Nordlicht« veranschaulicht mit einem Farbverlauf von Blau zu Rot die Erwärmung der Erde seit der vorindustriellen Ära um 1850 bis heute. Zudem gibt sie einen Ausblick auf die drohende Klimakrise, wenn die Erderwärmung ungebremst weitergeht.

        »Es ist nicht zu spät« 

        Die kritische Entwicklung und Perspektiven hob auch der per Video zugeschaltete Meteorologe Dr. Mojib Latif hervor. Der Kieler Hochschullehrer stellte gleich zu Beginn seines kurzen Vortrags seine Einschätzung klar: »Was die bisherigen 25 Weltklimakonferenzen nicht geschafft haben, das wird wohl leider auch der aktuellen 26. Konferenz in Glasgow nicht gelingen«. Dabei sei es noch Zeit, um der Klimakrise entgegenzutreten. Sein Appell: »Es ist nicht zu spät. Wir können immer noch die Pariser Klimaziele erreichen. Was fehlt ist der politische Wille. Damit wir denen da oben Beine machen.«

        Nicht jeden Weg mit dem Auto zurücklegen 

        »Die Klimaerwärmung ist aus meiner Sicht der sichere Weg in die Unbewohnbarkeit des Planeten«, stellt auch Umweltstaatsrat Ronny Meyer klar. Für ihn stehen neben den globalen Themen aber auch bremische Handlungsoptionen im Fokus. So könne und müsse man die Verkehrswende vorantreiben. »Wir sollten uns fragen, ob wir immer mit dem Auto fahren müssen oder ob wir nicht Bus, Straßenbahn oder das Fahrrad nehmen können.« Beschrieben würden die Ideen zur Verkehrswende im Verkehrsentwicklungsplan (VEP), der derzeit fortgeschrieben werde. Auch wenn die Umsetzung immer auch eine Frage der Finanzierung sei, gelte es zu bedenken: »Bei der Debatte um Schulden und Kosten von heute muss man immer die Kosten fürs Nichtstun in der Klimakrise berücksichtigen.«

        Ökostrom für die Bremer Straßenbahnen 

        Bei der Bremer Straßenbahn AG spielt nachhaltige Mobilität schon seit langem eine zentrale Rolle. »Die BSAG sorgt in Bremen schon seit vielen Jahren für nachhaltige Mobilität und plant für die Zukunft die Mobilität noch nachhaltiger zu gestallten. Ob Angebotsoffensive, Elektromobilität oder Mobility-on-Demand — in der Verkehrsbranche stehen die Zeichen auf Transformation, und das nicht erst seit der Covid-Pandemie«, betont der technische Vorstand Matthias Zimmermann. »Aus ökologischer aber auch sozialer Perspektive ist die Aufgabe an unser Unternehmen damit eindeutig gestellt. Unser Ziel war und ist es, ein klimaneutrales, bezahlbares und attraktives Mobilitätsangebot anzubieten. Nur so lässt sich die Lebensqualität der Stadt Bremen verbessern — und unser Klima nachhaltig schützen.« Von zentraler Bedeutung sei es aber, den ÖPNV für die Zukunft noch attraktiver machen. »Wir wollen den Menschen ein Angebot machen, dass ihnen den Umstieg vom privaten Pkw auf Bus und Bahn erleichtert. Denn wir wissen natürlich, dass die Mobilitätswende und damit auch Klimaschutz keine Selbstläufer sind. Sie braucht Unterstützung durch ein gutes ÖPNV-Angebot.«

        »Dialog zwischen Forschenden und der Öffentlichkeit«

        »Seit Jahrzehnten erforscht die Wissenschaft Ursachen und Folgen der Klimakrise und auch Lösungen zum Klimaschutz. Wir wissen inzwischen recht genau, was die Folgen der Klimakrise sind und was gegen sie getan werden kann«, betont Professor Nils Moosdorf vom Leibniz Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT). Er gehört zu den Organisator:innen der »Klimabahn« und betont: »Die Straßenbahn soll ein Forum bieten, um diese Erkenntnisse mit Bremerinnen und Bremern zu diskutieren und gesellschaftliche Veränderung zu fördern.«

        Veranstaltungsreihe in der »Klimabahn«

        Die »Klimabahn« wird nicht nur in den kommenden Monaten die Aufmerksamkeit für die Entwicklung des Weltklimas lenken. Sie wird am kommenden Freitag, Sonnabend und Sonntag — 5., 6. und 7. November —, darüber hinaus als mobiler Vortragsraum in Bremen unterwegs sein. Start- und Endpunkt der rund 60-minütigen Sonderfahrten ist an der Haltestelle BSAG Zentrum in der Neustadt. Während der Fahrt gibt es Vortrag und Diskussion mit Wissenschaftler:innen zu einem Aspekt des Klimawandels. Die Teilnahme ist kostenlos, Anmeldung unter: scientists4future-bremen.ticket.io In den kommenden Monaten sind noch weitere Veranstaltungen geplant. »Die Klimabahn soll das Wissen um den Klimawandel in die Bremer Gesellschaft bringen und Dialog zwischen Forschenden und der Öffentlichkeit fördern«, erklärt Mitorganisator Dr. Nils Moosdorf. Unterstützt wird die »Klimabahn« vom Bremer Solidarstrom, BUND - Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Kellner & Stoll Stiftung für Klima und Umwelt, oblik identity design, wpd windmanager sowie dem WWF.

        Weitere Informationen

        Weitere Informationen rund um die Bremer Straßenbahn AG gibt es unter www.bsag.de und unter www.mobil-dialog.de. Mehr Informationen zu den Scientists for Future gibt es unter scientists4future.org sowie Tickets für die Klimabahn-Vortragsfahrten unter scientists4future-bremen.ticket.io.