Aus der Geschichte der BSAG

Das muss eine hochinteressante Zeit gewesen sein. Damals, als die Straßenbahnen aufkamen. In den Metropolen gab es sie schon: seit 1832 in New York, 1855 in Paris, 1860 in London, 1862 fuhr bereits die Rösslitram in Genf. Im Jahr 1875 beantragte ein weitgereister Bremer die erste Lizenz für eine Pferdestraßenbahn zwischen Bremen und Oberneuland. Bremen hatte 1875 gerade etwas über 100.000 Einwohnende und eben die Grenze zur Großstadt überschritten.

Bereits 1876 wurde der Betrieb der Aktiengesellschaft Bremer Pferdebahn aufgenommen. Das Unternehmen war erfolgreich und die Konkurrenz bekam Wind von der Sache. 1879 startete eine Londoner Firma mit der Großen Bremer Pferdebahn von Walle bis Hastedt. Die Entwicklung lief in einem für die damalige Zeit schwindelerregenden Tempo. Bremen besaß schon einen Bahnhof. Es gab mehrere Eisenbahnlinien. Das Telefon war gerade erst erfunden worden.

Schon 1889 wurde eine elektrische Versuchsstrecke geplant, die bereits 1890 in Betrieb ging. Die »Elektrische« war für Bremen geboren. Die Bremer Pferdebahn benannte sich um in Bremer Straßenbahn und begann 1892 mit dem elektrischen Betrieb. Die Große Bremer Pferdebahn hielt nichts von der Elektrizität. Sie blieb den Huftieren treu und wurde 1899 von der Bremer Straßenbahn übernommen, die deren Linien dann ebenfalls elektrifizierte.

In den folgenden Jahren wurde das Netz kontinuierlich erweitert. 1910 kam der nächste, große Schritt: der erste Oberleitungsbus wurde in Betrieb genommen. Nun wurden das O-Bus- und das Straßenbahnnetz erweitert und die Fahrzeuge verbessert.

Das Angebot eines öffentlichen Personennahverkehrs gefiel den Bremern offensichtlich. Der Bedarf wuchs mit der Zahl der Einwohner. 1924 entstand die erste Linie des Diesel-Omnibusnetzes der Bremer Vorortbahnen GmbH, BVG. Und auch dieses Netz wurde stetig erweitert und verbessert. So ging es kontinuierlich aufwärts, bis der Krieg die Dinge durcheinander brachte.

Der Neubeginn, 1945, stand im Zeichen der Improvisation. Bereits 1947 wurden bei der Bremer Straßenbahn männliche und weibliche Mitarbeiter im Fahrdienst gleich entlohnt. 1953 übernimmt die Straßenbahn den Linienbusverkehr der BVG. 1961 wird die letzte Oberleitungs-Buslinie eingestellt. Die Spezialfahrzeuge konnten nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden.

Der Rest des Netzes wurde erweitert, die Fahrzeuge modernisiert und die Fahrpläne den Bedürfnissen der Nutzer immer besser angepasst. Die BSAG bietet heute 8 Straßenbahnlinien mit einer Gesamtlänge von 114,6 km an, das Busnetz hat 44 Linien mit einer Länge von 505,4 km. Darauf verkehren 120 Niederflurzüge, 2 Hochflurzüge, 162 Omnibus-Gelenkwagen und 50 Zweiachswagen.

Das Netz, die Fahrzeuge und die Organisation werden natürlich weiter verlängert, verbessert und noch nutzerfreundlicher gemacht. Doch haben sich die Ziele verändert. Länger, besser, schöner reicht nicht mehr aus.

In einem Papier zur Unternehmenspolitik heißt es: »Wettbewerbsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit der Dienstleistungen, die soziale Verpflichtung gegenüber den Mitarbeitenden und die Verantwortung für die Umwelt gehören zum Leitbild des Unternehmens und bilden gleichrangige Unternehmensziele.« Also werden Straßenbahnen mit Energierückgewinnungssystemen ausgestattet, die beim Bremsen Energie gewinnen und wieder ins Netz einspeisen. Busse mit extrem niedrigem Schadstoffausstoß werden beschafft, vollelektrische Busse getestet und sogar über die Wiedereinführung der Oberleitungsbussen nachgedacht. Die BSAG betreibt ein ISO-zertifiziertes Umweltmanagementsystem für den Gesamtbetrieb, veröffentlicht regelmäßig eine Umwelterklärung und ist EMAS registriert, dem freiwilligen ECO-Management und and Audit Scheme der Europaischen Union. Die BSAG hat die Zeichen der Zeit erkannt und besitzt eine klare Orientierung in Richtung Zukunft.

Weitere Informationen zu historischen Fahrzeugen finden Sie auf der Website der  »Freunde der Bremer Straßenbahn e.V.«.

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